Sozialminister Alexander Schweitzer konnte sich am Vormittag im Gespräch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und dem Geschäftsführer Stefan Feld die Ereignisse der letzten Tage aus erster Hand schildern lassen. „Für die Menschen, die hier leben, bedeutet die Einrichtung ihr zu Hause. Ihre Schilderungen sind sehr bedrückend und das Ausmaß des persönlichen Leids sowie der Schäden ist nur schwer vorstellbar und begreifbar. Gleichzeitig spüren die Betroffenen auch die große Hilfsbereitschaft der Menschen im Land, die ihnen Kraft gibt. Wir wollen im Rahmen der Möglichkeiten dabei unterstützen, die zerstörte Infrastruktur der Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und der betroffenen Pflegeeinrichtungen so schnell wie möglich wiederaufzubauen“, sagte Schweitzer.
Beim „Haus Alexander“ handelt es sich um ein Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen bzw. mit psychischen Erkrankungen der Eingliederungshilfe. Insgesamt hat das Haus mit seinen Außenwohngruppen 52 Plätze. Die vom Hochwasser betroffene Einrichtung musste wegen der Schäden am Gebäude insgesamt sieben Bewohnerinnen und Bewohner in andere Einrichtungen verlegen.
Stefan Feld, Geschäftsführer der Einrichtung, bedankte sich besonders beim Träger des „Hauses an der Christuskirche“ in Koblenz. Die dortige Einrichtung konnte insgesamt sechs Menschen aufnehmen. Auch dem „Haus am Rebenhang“ in Winningen gilt sein Dank, da dort eine weitere Person vorübergehend wohnen kann. Er betonte die große Hilfsbereitschaft der Einrichtungen untereinander. Bereitwillig schöpfe man alle Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung aus.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner gilt es, nun die Ereignisse und die Fülle von Eindrücken und Ängsten zu verarbeiten. Dazu gehört, dass das Gebäude zeitweise ohne Strom und Wasser war und sie zahlreiche Einsätze der Rettungskräfte zu Land und in der Luft live miterlebt haben.
Auch das Gemeindepsychiatrische Zentrum sowie die Tagesstätte der Stiftung Bethesda „St. Martin“ sind von den Hochwasserfluten besonders stark betroffen. Bis auf Weiteres sind die bisher genutzten Räume aufgrund großer Schäden nicht nutzbar. Aus Sicht des Trägers werden Überlegungen angestellt, wie die tagesstrukturierenden Angebote sowie weitere Angebote des Gemeindepsychiatrischen Zentrums künftig sichergestellt werden können.
„Ich danke dem Personal der von dem Hochwasser betroffenen Einrichtungen, den vielen Helfern und Freiwilligen, die durch Ihren unermüdlichen Einsatz dazu beitragen, ein Stück Normalität wiederherzustellen, obwohl sie teilweise selbst von dieser Katastrophe betroffen sind. Ich bin beeindruckt von der großen Einsatz- und Hilfsbereitschaft“, sagte Minister Schweitzer.