Start des Bundesmodells HALT in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Sucht

Nr. 187-5/04

Einer Alkoholabhängigkeit frühzeitig vorzubeugen, das ist Ziel eines Bundesmodellprojektes, das zum 1. November im Landkreis Bad Neuenahr-Ahrweiler startet, wie Gesundheitsministerin Malu Dreyer heute in Mainz ankündigte. In dem Projekt „HALT“ gehe es darum, Jugendlichen mit auffälligem Alkoholkonsum gezielt Hilfen anzubieten. Aus den Mitteln des Bundesgesundheitsministeriums fließen rund 113.000 Euro in das bis zum 31. Dezember 2006 laufende Projekt; das Land Rheinland-Pfalz beteiligt sich mit rund 39.000 Euro an den Kosten.

Im Rahmen des Projektes erhalten Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, gezielte Hinweise auf Angebote der Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe der Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Durch Vermittlung des Krankenhauspersonals gehen Fachkräfte der Suchtkrankenhilfe gezielt auf die Jugendlichen zu und bieten ihnen und ihren Eltern Beratung und Informationen an. Dadurch soll frühzeitig einer Suchterkrankung vorgebeugt werden. Aufgabe des Projekts wird auch eine enge Begleitung des Festivals „Rock am Ring“ sein. Das Projekt soll dazu beitragen, Jugendliche besser über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären und ein stützendes Umfeld gegen eine drohende Sucht zu schaffen.

Bundesweit ist ein Anstieg der Fallzahlen stationär behandelter Kinder und Jugendlicher mit Alkoholvergiftungen in den Jahren 2000 bis 2002 von rund 25 Prozent festzustellen, so die Ministerin. Nach einer in Rheinland-Pfalz durchgeführten Erhebung ist bei 11,2 Prozent der 15- bis 17-jährigen Jungen und bei 10,5 Prozent der Mädchen dieser Altersgruppe von einem riskanten Alkoholkonsum auszugehen. 5,6 Prozent der 15- bis 17-jährigen Jungen in Rheinland-Pfalz betreiben einen gefährlichen Konsum.

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