Nr. 116-4/05
Anlässlich der Präsentation des Modellprojekts „Integriertes Budget“ in Mainz betonte Sozialministerin Malu Dreyer: „Ich bin stolz darauf, dass Rheinland-Pfalz - bundesweit einmalig - mit dem so genannten Integrierten Budget für pflegebedürftige Menschen mit Behinderung erneut innovative Instrumente in der Sozialpolitik erprobt.“ Das Integrierte Budget ermögliche, dass pflegebedürftige Menschen mit Behinderungen jetzt einen Geldbetrag erhielten, mit dem sie Pflegesachleistungen erwerben könnten. Bisher hätten sie lediglich über Gutscheine für festgeschriebene Leistungen bei zugelassenen Pflegediensten verfügt.
Die Ministerin erläuterte, dass sich der Landkreis Neuwied und die Stadt Mainz an dem bis April 2008 laufenden Modell beteiligten. Insgesamt könnten 50 Personen an dem Projekt teilnehmen. Projektträger sei die Kontaktstelle für praxisorientierte Forschung an der Evangelischen Fachhochschule (EFH) Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Klie.
„Das Integrierte Budget in der Pflege behinderter Menschen wird dazu beitragen, den Betroffenen ein noch größeres Maß an Selbstständigkeit und Selbstbestimmung zu ermöglichen“, betonte die Sozialministerin. Mit der in Höhe der Sachleistung je Pflegestufe ausgezahlten Geldleistung hätten die Leistungsempfänger die Möglichkeit, Hilfen einzukaufen, die viel stärker als bisher ihren individuellen Bedarfen und Bedürfnissen entsprächen. Die Leistungen könnten sowohl von ambulanten Diensten als auch von Einzelpersonen erbracht werden, die keinen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen abgeschlossen hätten.
„Im Landkreis Neuwied und in der Stadt Mainz haben Menschen mit Behinderungen somit erstmals die Möglichkeit, sich selbst Leistungen zur Deckung ihrer persönlichen pflegerischen Bedürfnisse einzukaufen“, so Malu Dreyer. Mit der Unterstützung dieses Modellprojektes knüpfe das Land Rheinland-Pfalz an das schon 1999 erfolgreich durchgeführte Projekt „Hilfe nach Maß - persönliche Budgets für Menschen mit Behinderung“ an, das derzeit von ca. 1.300 Personen bezogen werde.
Weitere Informationen unter: www.integriertesbudget.de