Ausgezeichnet wurden mit dem 3. Preis der Behindertenbeirat der Gemeinde Budenheim, mit dem 2. Preis der Behindertenbeirat der Stadt Mainz und der Arbeitskreis „Barrierefreie Stadt Kaiserslautern“ und mit dem 1. Preis der Behindertenbeauftragte der Stadt Kaiserslautern, Hans-Peter Wildt. Das Preisgeld beträgt insgesamt 5.000 Euro.
Vor den rund 60 Teilnehmern des Treffens sagte der Ministerpräsident, dass in den vergangenen Jahren vieles getan worden sei, um die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe behinderter Menschen in Rheinland-Pfalz zu verbessern. „Aber wir dürfen und wir werden nicht in dem Bemühen nachlassen zu weiteren Verbesserungen zu kommen“, so Kurt Beck. Er lobte die Arbeit der 47 Beauftragten und 21 Arbeitskreise im Land, deren Arbeit vor Ort dafür sorge, dass behinderte Menschen ohne Ausgrenzung und ohne Barrieren leben könnten.
Von besonderer Bedeutung, so der Ministerpräsident, sei die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. „Es ist richtig und wichtig, dass behinderte und nichtbehinderte Kinder die gleichen Kindergärten und Schulen besuchen, denn unser Ziel ist die gleichberechtigten Teilhabe aller, gleich welchen Alters“, sagte Kurt Beck.
Informationen zu den Preisträgern:
1. Preis: Behindertenbeauftragter der Stadt Kaiserslautern, Hans-Peter Wildt
Seit Januar 1981 kümmert sich Herr Hans-Peter Wildt als bei der Stadt Kaiserslautern angestellter Behindertenbeauftragter um die Belange behinderter Menschen. Mittlerweile ist seine Stelle sogar als Stabsstelle im Dezernat des Oberbürgermeisters angesiedelt und zusammen mit drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gruppe Sozialversicherungswesen bildet er nun die „Servicestelle für Menschen mit Behinderungen und Sozialversicherungsangelegenheiten“, deren Leiter er ist.
Beispielhaft für die rund 50 geplanten, begonnen und bereits abgeschlossenen Projekte, die in über die Jahre initiiert wurden, sei der Stadtführer für Menschen mit Behinderungen genannt, der seit Juni 2009 auch im Internetauftritt des Behindertenbeauftragten abrufbar ist. Dort sind derzeit ca. 1.400 Objekte eingestellt. Anhand der Texte und selbsterklärenden Piktogramme kann der Benutzer prüfen, ob ein Objekt (Behörde, Geschäft, Arztpraxis, etc.) für ihn erreichbar ist.
In einem weiteren Projekt wurde in Kooperation mit dem Ökologieprogramm der Stadt Kaiserslautern, der ARGE sowie dem Blinden- und Sehbehindertenbund Pfalz ein Konzept und ein Gestaltungsplan für einen Duft- und Tastgarten für blinde und sehbehinderte Menschen auf dem Gelände der Gartenschau erarbeitet. Dabei werden auf einem barrierefrei gestalteten Areal in Hochbeeten Pflanzen präsentiert, die durch verschiedenartige Düfte den Geruchssinn und durch besondere Strukturen den Tastsinn ansprechen. Zur Orientierung werden tastbare Lagepläne in Reliefform sowie Leitelemente und Aufmerksamkeitsfelder am Boden dienen. Informationstafeln zu den Pflanzen und anderen tastbaren Objekten werden sowohl in erhabener Pyramidalschrift als auch in Brailleschrift gestaltet.
Zudem sind in dem Stadtteil „Auf dem Bännjerrück“, in dem überwiegend ältere Menschen leben, im Rahmen des EU-Projektes „Cities in Balance – Städte im Gleichgewicht“ sämtliche öffentlichen Gebäude auf ihre Barrierefreiheit geprüft worden.
2. Preis: Behindertenbeirat der Stadt Mainz
Seit 1996 gibt es einen Behindertenbeirat in der Stadt Mainz. Der Behindertenbeirat hat drei Arbeitskreise zu den Themen „Barrierefreies Mainz“, „Soziale Leistungen, Arbeit und Bildung“ sowie „Kultur“ gebildet.
Der Behindertenbeirat der Stadt Mainz arbeitet sehr eng mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Mainz, Marita Boos-Waidosch, zusammen, die bereits im Jahr 2006 den 1. Preis des Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen für kommunale Behindertenbeauftragte und -beiräte bekommen hat.
Ein beispielhaftes Projekt des Behindertenbeirates ist die Erarbeitung eines kommunalen Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
2. Preis: Arbeitskreis „Barrierefreie Stadt Kaiserslautern“
Der Arbeitskreis „Barrierefreie Stadt Kaiserslautern“ besteht seit 1999. Um den Preis des Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen hat sich der Arbeitskreis „Barrierefreie Stadt Kaiserslautern“ mit dem diesjährigen Projekt zum Europaweiten Aktionstag der Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2010 beworben.
Dabei wurde unter dem Motto „Barrierefreier Bürgersteig“ in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband und der örtlichen Werbegemeinschaft „Kaiser in Kaiserslautern“ eine Sensibilisierungsaktion in der Kaiserslauterer Fußgängerzone durchgeführt. Dabei ging es darum, auf die Probleme und Stresssituationen mobilitäts- und seheingeschränkter Menschen beim Begehen des Straßenraums aufmerksam zu machen. Zudem wurden die Möglichkeiten qualifizierter Leitsysteme und die Vision eines GPS-gestützten bzw. funkbasierten Leitsystems durch die Kaiserslauterer Innenstadt aufgezeigt. Die Aktion wird wissenschaftlich begleitet.
3. Preis: Behindertenbeirat der Gemeinde Budenheim
2008 hat der Behindertenbeirat der Gemeinde Budenheim begonnen, ein Konzept für die barrierefreie Gestaltung der öffentlichen Wege und Plätze zu entwickeln. Als erste grundlegende Maßnahme ist die barrierefreie Gestaltung der Hauptwegebeziehungen innerhalb des Ortskerns der Gemeinde Budenheim vorgesehen. Ziel ist, dass alle in diesem Bereich vorhandenen öffentlichen Einrichtungen sowie Gewerbetreibenden, Einkaufsmärkte etc. barrierefrei zu erreichen sind. Die entsprechenden Gewerbetreibenden wurden mit einbezogen. Zwischenzeitlich sind 15 von geplanten 17 Straßenquerungen barrierefrei gestaltet.
|
Behindertenbeiräte und -beauftragte