Nr. 022-3/05
Eine positive Bilanz der gemeinsamen Aktion „Mainz und Rheinhessen gegen den Schlaganfall“ mit Boehringer Ingelheim und weiteren Partnern zog Gesundheitsministerin Malu Dreyer heute in Ingelheim. „Das Projekt hat wesentlich dazu beigetragen, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass bei einem Schlaganfall sofort medizinische Hilfe geholt werden muss“, so die Ministerin. Rasches und gezieltes Handeln könne die Folgen eines Schlaganfalls erheblich abschwächen. Deshalb sei es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte, aber auch Betroffene und ihre Angehörigen den Schlaganfall als Notfall einstufen, der zu schnellem Handeln zwinge. Um die Akutbehandlung von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten kümmern sich Ärztinnen und Ärzte in speziellen Schlaganfalleinheiten im Land; Rheinland-Pfalz nehme in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall eine Spitzenposition ein, unterstrich die Ministerin.
Das Gesundheitsministerium hatte die Aktion gemeinsam mit dem Unternehmen Boehringer Ingelheim und der Neurologischen Klinik an der Universitätsklinik in Mainz im Spätsommer 2003 ins Leben gerufen. Die breite Aufklärungskampagne beinhaltete unter anderem Plakataktionen, Megaposter, Anzeigen und Infoeinlagen. Im Rahmen der Kampagne engagierten sich zahlreiche weitere Partner wie Apotheken, niedergelassene Ärzte, Rettungsassistenten und Krankenhäuser, ohne deren Mitwirkung die Kampagne nicht durchführbar gewesen wäre, so die Ministerin. Ihr besonderer Dank galt aber dem Unternehmen Boehringer, das mit Projekten wie diesem sein besonderes soziales Verantwortungsbewusstsein beweise.
Der Schlaganfall sei eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland und sehr oft Ursache für eine lebenslange Behinderung, so Malu Dreyer. Eine dem Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechende zeitgerechte Behandlung des Schlaganfalls könne nicht nur Leben retten, sondern auch schwere Behinderungen vermeiden. Ein frühzeitiges Handeln sei daher auch von großer gesundheitspolitischer Bedeutung. Landesweit erlitten etwa 12.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall. Nur etwa 30 Prozent der Patientinnen und Patienten würden jedoch innerhalb der ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall behandelt. Mit Überschreitung dieses „Zeitfensters“ wachse jedoch das Risiko bleibender Schäden, so die Ministerin. Hier setzte das Projekt durch Sensibilisierung der an der Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten Beteiligten an.
Um Patientinnen und Patienten bei einem Schlaganfall eine möglichst rasche Akutbehandlung bieten zu können, habe die Landesregierung ein Konzept erarbeitet, das die Einrichtung von zentralen und regionalen Schlaganfalleinheiten vorsehe. Inzwischen haben nach Angaben der Ministerin in Rheinland-Pfalz sechs zentrale Einheiten und 13 regionale Einheiten mit insgesamt 92 Plätzen die Arbeit aufgenommen. Die Platzzahlen sollen noch weiter auf mehr als 100 erhöht werden. Damit und mit der Aufklärungskampagne des Unternehmens Boehringer Ingelheim sei die Akutbehandlung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten im Land erheblich verbessert worden, so die Ministerin.