Nr. 174-4/04
Sozialministerin Malu Dreyer will künftig noch stärker gemeinschaftliche und selbstorganisierte Wohnformen von und für ältere Menschen unterstützen, wie sie anlässlich des morgigen internationalen Tages der älteren Generation heute in Mainz ankündigte. „Es gibt viele alleinstehende ältere Menschen, die nicht mehr allein leben wollen. Und auch mit Blick auf den demographischen Wandel und die erwartete Zunahme von Ein-Personen-Haushalten macht es Sinn, die Entwicklung von Wohn- oder Hausgemeinschaften für die Lebensphase des Alters voranzutreiben“, erklärte die Ministerin.
Wohn- oder Hausgemeinschaften förderten die soziale Integration, beugten Einsamkeit und Isolation vor und könnten auch als Netzwerk dienen, wenn Hilfe und Unterstützung nötig sei. Das gemeinschaftliche Wohnen von Jung und Alt könne Familienbezüge ersetzen und ermögliche gegenseitige Hilfen. Gleichzeitig könnten sich die Bewohnerinnen und Bewohner ein größtmögliches Maß an Selbständigkeit und Selbstbestimmung bewahren. Seit 2003 fördert das Land nach Angaben der Ministerin die Beratungsstelle „Lebenswohnraum“ beim Deutschen Roten Kreuz in Mainz, eine Einrichtung, die Hilfestellung leistet beim Aufbau alternativer gemeinschaftlicher Wohnprojekte im Alter.
Auch Pflegebedürftigkeit oder Betreuungsbedarf seien kein Hinderungsgrund für das Leben in einer Wohngemeinschaft, wie die Ministerin weiter ausführte. In einem solchen Fall könne eine Wohngemeinschaft ganz wesentlich zur Lebensqualität und Aufrechterhaltung der körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten beitragen. „Derzeit sind Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige und Menschen mit Demenz leider noch viel zu selten. Deshalb werden wir im Rahmen meiner Initiative Menschen pflegen künftig stärker als bisher zur Entwicklung solcher Wohnkonzepte anregen“, so die Ministerin. Hier seien vor allem die Kommunen, Pflegedienste oder private Initiativen als Initiatoren von Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige angesprochen. Auch Wohnungsbauunternehmen sollen in die Entwicklung einbezogen werden.