Malu Dreyer will Zahl der Integrationsbetriebe weiter erhöhen

Menschen mit Behinderungen

Nr. 208-4/04

Der weitere Auf- und Ausbau von Integrationsbetrieben ist eines der zentralen Ziele der Arbeitsmarktpolitik für behinderte Menschen von Sozialministerin Malu Dreyer. „Wir wollen interessierte Einrichtungsträger dazu ermutigen, den Schritt der Gründung eines Integrationsbetriebes zu gehen, und bestehende Skepsis und Ängste überwinden“, wie die Ministerin heute im Rahmen einer gemeinsamen Fachveranstaltung ihres Hauses mit der Landesarbeitsgemeinschaft Integrationsbetriebe in Ludwigshafen unterstrich. Die Ministerin sah es als ein ermutigendes Zeichen an, dass zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Projekten, Werkstätten für behinderte Menschen, Kommunen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und Selbsthilfeorganisationen zur Fachveranstaltung gekommen waren, um über die „Zukunftsaufgabe Integrationsbetriebe“ zu diskutieren.

„Ich hoffe sehr, dass der Funke überspringt und möglichst viele Träger sich dazu entschließen, einen Integrationsbetrieb zu gründen. Sie geben damit behinderten Menschen eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes. Als Gegenleistung erhalten sie hoch motivierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte die Ministerin. Das gesetzlich verbriefte Recht behinderter Menschen auf Teilhabe in allen grundlegenden Lebensbereichen, so auch am Berufsleben, müsse mit Leben gefüllt werden. Die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt gehöre zwingend dazu. Rheinland-Pfalz verfüge bundesweit über das dichteste Netz an Werkstätten für behinderte Menschen. Es gelte daher, verstärkt den Blick auf Alternativen zur Arbeit in der Werkstatt zu richten für diejenigen behinderten Menschen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können und möchten.

Sie beobachte mit Sorge, so die Ministerin, dass aufgrund der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt mehr und mehr vor allem psychisch behinderte und junge lernbehinderte Menschen aus dem ersten Arbeitsmarkt verdrängt würden; dadurch wachse der Druck auf die Werkstätten, Menschen aufzunehmen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen könnten. Oberste Priorität habe für sie daher die Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Durch den Ausbau von Integrationsprojekten und den Aufbau von Integrationsbetrieben oder Integrationsabteilungen in Unternehmen der freien Wirtschaft, so Malu Dreyer, solle dies in Zukunft deutlich verbessert werden. Durch das Instrument der individuellen Hilfeplanung solle verstärkt darauf geachtet werden, dass Beschäftigte in den Werkstätten in diese Formen von Beschäftigung wechseln. Die Werkstätten für behinderte Menschen, aber auch die freie Wirtschaft seien wichtige Partner in diesem Prozess.

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