Nr. 083-3/06
Medizinische Versorgung und qualifizierte Pflege im Krankenhaus gehören für Gesundheitsministerin Malu Dreyer untrennbar zusammen. Sie hat die ?Pflege im Krankenhaus? zu einem besonderen Schwerpunkt ihrer Initiative ?Menschen pflegen? in diesem Jahr erklärt, um Pflegekräfte angesichts wachsender Herausforderungen zu unterstützen. Heute stellte sie gemeinsam mit Helmut Müller, Vorsitzender des Dachverbandes der Pflegeorganisationen Rheinland-Pfalz, und Christa Garvert, Geschäftsführerin der Marienhaus GmbH - dem größten Krankenhausträger in Rheinland-Pfalz ein Maßnahmenpaket vor, das eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Pflegeorganisationen, der Krankenhausträger und des Gesundheitsministeriums erarbeitet hat. Hauptansatzpunkte für die geplanten Maßnahmen sind Qualifizierung, Arbeitsoptimierung und Entlastung in der Pflege.
„Pflegekräfte im Krankenhaus leisten Pflege bereits heute mit hohem Engagement. Sie sehen sich jedoch zunehmend höheren fachlichen Anforderungen gegenüber, die durch immer komplexere Behandlungsmethoden bei gleichzeitig sinkenden Verweildauern geprägt sind“, sagte die Ministerin. Gleichzeitig seien die medizinische Behandlung und eine qualifizierte Pflegeleistung nicht voneinander zu trennen. „Beides kann aber nur mit leistungsfähigen Arbeitsstrukturen und Arbeitsabläufen unter guten Arbeitsbedingungen mit entsprechender fachlicher Qualifikation und durch ein hohes Maß menschlicher Zuwendung gegenüber den Patientinnen und Patienten geleistet werden“, so die Ministerin. Bereits in dieser Darstellung drücke sich der hohe Anspruch an die Pflegekräfte im Krankenhaus aus, die das Ministerium gemeinsam mit seinen Partnerinnen und Partnern bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützen wolle.
Im Rahmen des heute vorgestellten Maßnahmenplans soll ein Gutachten zu den Tätigkeitsbereichen in der Krankenhauspflege und zu dem sich daraus ergebenden Änderungsbedarf bei der Qualifikation der Pflegekräfte in Auftrag gegeben werden, der dann nach einem fachlichen Diskussionsprozess umgesetzt werden soll. Darüber hinaus soll die Landesverordnung zum Landesgesetz über die Weiterbildung in den Gesundheitsfachberufen und die Ausbildung zur Krankenpflegehilfe auf Landesebene novelliert werden. Auch von einer bereits auf den Weg gebrachten Studie zur Verweildauer in den pflegerischen Berufen erwartet die Ministerin Hinweise für weitergehende Maßnahmen. Gemeinsam mit den Pflegeverbänden in Rheinland-Pfalz soll zudem eine Berufsordnung für die Pflegeberufe entwickelt werden, in der die Aufgaben und die Pflichten der Pflegefachkräfte strukturiert und geregelt sind.
Ein weiterer Ansatzpunkt für Unterstützung der Pflegekräfte sei die Organisation im Krankenhaus und hier insbesondere die Organisation der Arbeitsabläufe. Hier könne durch Optimierung und ehrenamtliche Unterstützung bei der Betreuung der Patientinnen und Patienten Entlastung geschaffen werden. Gute Beispiele einer gelungenen Aufbau- und Ablauforganisation im Krankenhaus sollen analysiert und zur Nachahmung empfohlen werden. Auch der Übergang älterer, pflegebedürftiger Menschen vom Krankenhaus in die häusliche oder stationäre Pflege soll reibungsloser gestaltet werden. Dazu soll eine Vereinbarung zwischen den Landesverbänden der Pflegekassen, dem Landkreistag und Städtetag, der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz sowie mit den Verbänden der Träger von Diensten und Einrichtungen geschlossen werden.
Darüber hinaus müsse die Höhe der Krankenhausvergütung im Hinblick auf Pflegeaufwand und Weiterbildungskosten in der Pflege geprüft werden, so die Ministerin. Dies sei auch Gegenstand des Koalitionsvertrages auf Bundesebene. Das Ministerium werde auf das Bundesgesundheitsministerium zugehen mit der Bitte, dies möglichst zeitnah umzusetzen. Zu einer angemessenen Abbildung von Pflegeleistungen im neuen Entgeltsystem für die Krankenhäuser gehören für die Ministerin Aspekte der Personalbemessung und die Stellensituation im Pflegedienst ebenso wie die Sicherung der Weiterbildungsfinanzierung.