Malu Dreyer: Vorbereitungen auf eine mögliche Grippepandemie planmäßig

Grippeschutz

Nr. 109-3/05

Das Land Rheinland-Pfalz bereite sich seit vielen Monaten planmäßig auf eine mögliche weltweite Grippewelle, eine so genannte Grippepandemie, vor, so Gesundheitsministerin Malu Dreyer heute in Mainz. Angesichts der zum Teil aufgeregten Diskussion in der Öffentlichkeit um mögliche Gefahren für die Bürgerinnen und Bürger aufgrund der näher rückenden Vogelgrippe sei es wichtig, sehr sachlich mit diesem Thema umzugehen.

Die Ministerin wies darauf hin, dass das in Russland grassierende Vogelgrippevirus unter normalen Umständen keine Gefahr für die Menschen darstelle, denn es könne nur unter sehr extremen Bedingungen von erkrankten Tieren auf Menschen übertragen werden. So seien in den asiatischen Ländern trotz millionenfacher Ausbreitung der Erkrankung im Tierreich seit dem Jahr 2003 nur gut 100 Menschen mit dem Vogelgrippevirus infiziert worden. Dabei handele es sich im Wesentlichen um Personen, die in sehr engem Kontakt mit den Tieren lebten. Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch sei bisher praktisch nicht möglich.

„Das zurzeit grassierende Vogelgrippevirus kann keine Grippeepidemie beim Menschen auslösen,“ betonte die Gesundheitsministerin. Es sei deshalb wichtig, dass man auch in der öffentlichen Diskussion klar hinsichtlich der Gefahren durch Vogelgrippeviren und „menschliche“ Grippeviren für die Gesundheit der Menschen unterscheide. Erst durch genetische Veränderungen des Vogelgrippevirus, die es ihm ermöglichten, eine Erkrankung beim Menschen auszulösen und sich von Mensch zu Mensch zu übertragen, könnte ein „Grippepandemievirus“ entstehen. Erst durch ein solches neuartiges Grippevirus bestünden weitgehende gesundheitliche Gefahren für die Bürgerinnen und Bürger. „Auf diesen theoretischen Fall konzentrieren sich aktuell alle unsere Bemühungen“, bekräftigte Malu Dreyer.

Ein Ergebnis der Beratungen auf Bundesebene sei der im Jahr 2004 zwischen dem Bund und den Ländern beschlossene nationale Grippepandemieplan. "Dieser nationale Pandemieplan," so die Ministerin, "sieht wesentliche Maßnahmen vor, die vor dem Ausbruch und im Falle einer weltweiten Grippepandemie zu ergreifen sind." Dazu gehöre insbesondere die Weiterentwicklung des bereits vorhandenen Frühwarnsystems, um mögliche Infektionsherde schnell erkennen und regional eindämmen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt seien die Vorbereitungen für die schnellstmögliche Entwicklung neuartiger Impfstoffe, um die Bevölkerung im Fall eines neuen Grippevirus sehr schnell durch eine Impfung schützen zu können. „Es ist völlig unbestritten, dass eine Impfung die effektivste medizinische Maßnahme ist, um Infektionserkrankungen einzudämmen und letztlich weltweit sogar gänzlich auszurotten, wie dies im Fall der Pocken gelungen ist,“ bekräftigte Staatsministerin Malu Dreyer.

Der Impfstoff könne allerdings erst nach Vorliegen des für den Menschen gefährlichen mutierten Grippevirus hergestellt werden, so dass es notwendig gewesen sei, antivirale Medikamente zu ordern, um grippeerkrankte Personen in der Übergangszeit bis zum Vorliegen eines Impfstoffes versorgen zu können. Die Ministerin: "Rheinland-Pfalz hat hier frühzeitig und ausreichend vorgesorgt."

„Wir gehören neben Bayern und Baden-Württemberg zu den Ländern, die sich bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt für die Beschaffung von Medikamenten entschlossen haben. Durch unser aktives Handeln haben sich letztlich auch andere Länder zu diesem Schritt entschlossen. Mit den von uns eingekauften antiviralen Medikamenten kann die Versorgung der Risikogruppen im Notfall bis zum Vorliegen eines Impfstoffes sichergestellt werden,“ so die Ministerin. Zu den Risikogruppen zählten insbesondere ältere Bürgerinnen und Bürger und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Asthma, Herzerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen.

Gegenwärtig, so die Ministerin, bestehe kein Anlass zu besonderer Besorgnis. Ganz grundsätzlich werde von Seiten des Gesundheitsministeriums jedoch empfohlen, sich frühzeitig, das heißt im Herbst des Jahres, gegen die alljährlich auftretende Grippe impfen zu lassen. Eine hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung sei eine gute Prophylaxe, um das Risiko der Entstehung eines neuen Grippevirustyps zu reduzieren. Darüber hinaus gelte bei Grippe wie bei anderen Infektionserkrankungen: Menschen mit einer guten gesundheitlichen Verfassung verfügen über stärkere Abwehrkräfte. Es empfehle sich daher, die eigenen Abwehrkräfte durch viel Bewegung und Sport, durch gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf zu stärken.

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