Malu Dreyer übergibt Infokoffer an pflegende Angehörige

Menschen pflegen

Nr. 094-4/05

„Ich wünsche mir, dass der Infokoffer zu einem wertvollen Begleiter in der Betreuung und Pflege Ihrer Angehörigen wird und dass sein Inhalt für Sie eine praktische Hilfe im Alltag ist, die Ihnen die oft sehr schwierige Pflegearbeit erleichtert“. Mit diesen Worten übergab Sozialministerin Malu Dreyer heute in der Beratungs- und Koordinierungsstelle in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes in Mainz einen Informationskoffer an pflegende Angehörige. „Es ist der Wunsch der meisten älteren Menschen, so lange wie möglich zu Hause zu leben, auch im Fall der Pflegebedürftigkeit. Pflegende Angehörige erfüllen ihnen diesen Wunsch und machen es möglich, dass rund 70 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt werden können. Ihnen dabei Unterstützung und Hilfe zu geben, ist ein zentrales Anliegen meiner Initiative Menschen pflegen“, so die Ministerin. Der Koffer ist ein Gemeinschaftsprodukt von Sozialministerium, der Landeszentrale für Gesundheitsförderung und weiteren Partnerinnen und Partnern. Gesponsert wird das Projekt von dem pharmazeutischen Unternehmen Janssen und Cilag. Der Koffer erscheint in einer Auflage von 10.000 und wird hauptsächlich über die Beratungs- und Koordinierungsstellen im Land verteilt.

Der Informationskoffer enthält nach Angaben der Ministerin vielfältige und praxisnahe Informationen rund um das Thema Pflege. Im Zentrum steht dabei der bundesweit einmalige Familienpflegeratgeber, der als Wegweiser in leicht verständlicher Sprache durch die unterschiedlichen Phasen einer Pflege führt und weiterführende Tipps und Informationen gibt. Er informiert über das umfassende Angebot an professioneller ambulanter Hilfe, an Tages- und Nachtpflege sowie an Kurzzeitpflege, das in Rheinland-Pfalz zur Unterstützung und Entlastung der Angehörigen bereit steht. Aber nicht nur pflegende Angehörige, sondern auch Bekannte, Nachbarn oder ehrenamtlich in der Pflege tätige Menschen profitieren von dem Ratgeber. Er soll ermutigen, begleiten, unterstützen und Fragen beantworten, wie „Der Pflegefall tritt ein - was ist zu tun? Besondere Pflegesituationen - was muss ich wissen? oder Welche Rechtsfragen stehen an?“ Besonders wird auf die Unterstützung und Hilfe der 135 Beratungs- und Koordinierungsstellen im Land hingewiesen, die einzeln im Adressteil aufgeführt sind. Der Ratgeber wurde in enger Zusammenarbeit mit rund 40 Fachdiensten in einer Gesamtauflage von 55.000 Exemplaren erarbeitet.

Weitere im Koffer enthaltene Materialien sind eine Notfallkarte mit wichtigen Telefonnummern, Informationen zu Schulungen für pflegende Angehörige von demenzkranken Menschen und eine CD-Rom. Die Notfallkarte enthält alle wichtigen Notfallnummern von Rettungsdiensten, Notarzt und Polizei; für die Nummern des behandelnden Arztes, der nächsten Angehörigen, des ambulanten Pflegedienstes oder der nahe gelegenen Apotheke ist ein Platz zum Eintragen vorgesehen. Die Notfallkarte ist leicht zu handhaben und ständig greifbar, zum Beispiel neben dem Telefon, zu befestigen. Die CD-Rom, erstellt von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, bietet praktische Tipps und Informationen für die Pflege von Menschen mit Demenz. Alltagsnah wird in Tagebuchform die Situation einer Tochter geschildert, die ihre demenzkranke Mutter pflegt. Darüber hinaus bereitet das Ministerium ein Schulungsprogramm für pflegende Angehörige von demenzkranken Menschen vor, das am 1. August 2005 startet und das in allen Kommunen des Landes angeboten werden soll. Auch diese Informationen sind im Koffer enthalten, ebenso der alle zwei Monate erscheinende Newsletter „Menschen pflegen“, der in einer Sonderausgabe auf die besonderen Belange pflegender Angehöriger eingeht.

Der Infokoffer für pflegende Angehörige ist ab dem 20. Juli in den Beratungs- und Koordinierungsstellen erhältlich. Der Familienpflegeratgeber ist zudem beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, Bauhofstraße 9, 55116 Mainz (Telefon: 06131/162016) zu beziehen.

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