Nr. 153-1/07
Die Zahl der vom Land geförderten Deutschkurse für Migrantinnen und Migranten ist in diesem Jahr deutlich gestiegen, wie Sozialministerin Malu Dreyer heute in Mainz mitteilte. Bis Oktober 2007 seien in Rheinland-Pfalz 145 Kurse finanziert worden, 2006 waren es insgesamt 121. „Das ist ein deutlicher Beweis dafür, dass die Deutschkurse, für die das Land die Mittel konsequent aufgestockt hat, von den Migrantinnen und Migranten angenommen werden und ein hohes Interesse besteht, die deutsche Sprache zu lernen“, so die Ministerin. Sie wies auf die Schlüsselfunktion der Sprache für eine erfolgreiche Integration hin. In diesem Jahr stehen 275.000 Euro für die Kurse bereit, im Jahr 2006 waren es 200.000 Euro. Im kommenden Jahr werden die Landesmittel für die Kurse nochmals um 50.000 Euro aufgestockt, so dass dann insgesamt 325.000 Euro zur Verfügung stehen werden.
Die aus Landesmitteln geförderten Weiterbildungskurse, die überwiegend Sprachlehrgänge sind, werden bereits seit 2002 angeboten und ergänzen die vom Bund bezuschussten Integrationskurse. Ziel ist es, die sprachliche, persönliche, kulturelle, berufliche und soziale Integration der Migrantinnen und Migranten zu unterstützen. Besonders gefragt sind nach Angaben der Ministerin die so genannten „Mama lernt Deutsch“-Kurse, die für Migrantinnen angeboten werden, deren Kinder parallel Sprachförderung an Kindertagesstätten oder Grundschulen erhalten. Die Nachfrage nach den vom Land geförderten Kursen sei auch deshalb so hoch, weil die Kursgebühren günstiger als bei den vom Bund geförderten Kursen seien und weil keine Prüfung abgelegt werden müsse, so die Ministerin.
Erst gute Sprachkenntnisse ermöglichten die Teilhabe an Bildung, Ausbildung und Weiterbildung. Mangelnde Sprachkenntnisse behinderten die Eingliederung ins Berufsleben erheblich. Auch die Teilnahme an gesellschaftspolitischen Willensbildungsprozessen sei ohne ausreichende Beherrschung der Sprache undenkbar. „Auf der Strecke bleiben aber auch die wichtigen sozialen Kontakte und die Wahrnehmung von kulturellen und Freizeitangeboten“, so die Ministerin. Die Sprache spiele auch eine wesentliche Rolle, um die eigenen Belange wirksam zu vertreten. Zugleich sollten die Herkunftssprachen nicht vernachlässigt werden. „Sie geben Migrantinnen und Migranten Halt und Identität und seien ein hohes Gut, da Mehrsprachigkeit vor allem im wirtschaftlichen Bereich eine große Rolle spielt“, so die Ministerin.