Nr. 149-3/05
„Die Ergebnisse der kürzlich vorgestellten Studie „Monitoring eHealth“ des Berliner Wegweiser Instituts bestätigen die Ausrichtung des rheinland-pfälzischen Modellprojekts zur Erprobung der elektronischen Gesundheitskarte“, wie Gesundheitsministerin Malu Dreyer heute in Mainz erklärte. Das Ministerium testet die elektronische Patientenakte gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz und dem Industriepartner CompuGROUP derzeit in Trier. Die Ministerin zeigte sich erfreut über die Ergebnisse der Studie. „Wir fühlen uns bestätigt. Die Tatsache, dass mehr als 60 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in der elektronischen Patientenakte den eigentlichen Nutzen der elektronischen Gesundheitskarte sehen, entspricht unserem Ansatz in Trier“, sagte Malu Dreyer. Die Ministerin wird das nun schon seit fast einem Jahr erfolgreich laufende Projekt am 21. November 2005 in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin einer bundesweiten Fachöffentlichkeit vorstellen.
Mit den jetzt veröffentlichten Ergebnissen der Studie erhalte das Trierer Modellprojekt zusätzlichen Aufwind, so die Ministerin. Denn schon heute sei für die mehr als 50 teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte sowie die über 500 Patientinnen und Patienten der Nutzen der elektronischen Gesundheitsakte „Vita-X“ direkt spürbar. Die Behandlungsqualität steige durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen, und der fachliche Austausch innerhalb der Ärzteschaft werde erheblich erleichtert. Dies gelte vor allem auch für die beiden angeschlossenen Krankenhäuser. Es sei geplant, das Modellprojekt zusätzlich auf das Trierer Umland auszudehnen. Noch mehr Patienten und Ärzte sollen eingeladen werden, sich zu beteiligen. Ziel sei es, wertvolle Erfahrungen für die flächendeckende Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in den kommenden Jahren zu sammeln. Aus diesem Grund werde im Rahmen des Modellprojekts zusätzlich auch der elektronische Heilsberufsausweis für das ärztliche Fachpersonal eingeführt und getestet.
Malu Dreyer: „Nur am Bedarf der Patientinnen und Patienten und der sie behandelnden Ärztinnen und Ärzte orientierte Konzepte werden im Gesundheitswesen der Zukunft erfolgreich sein. Eine bessere medizinische Kommunikation, ein intensiverer Abgleich der Arzneimittelverträglichkeit verordneter Medikamente, die Verfügbarkeit von Notfallinformationen aus der Patientenakte sowie die Eintragung persönlicher Informationen, zum Beispiel der Patientenverfügung oder des Organspendeausweises in einem Patientenfach geben den Patientinnen und Patienten in der konkreten Behandlungssituation eine neue eigenständigere Rolle. Das alles wollen wir in Trier erreichen.“
Kein anderes Projekt in ganz Deutschland könne auf so viel praktische Erfahrung beim Test der Gesundheitsakte verweisen wie das Trierer Modell, man gehe deshalb davon aus, dass dieses Know-how auch in die bundesweit einzuführende Karte einfließen werde, so Malu Dreyer.