Malu Dreyer stellt neue Ansätze in der Suchtprävention vor

Drogenkonferenz 2005

Nr. 074-5/05

Mit neuen Akzenten will Gesundheitsministerin Malu Dreyer die Suchtprävention noch wirksamer machen. Dazu sollen vor allem Familien darin unterstützt werden, ihre Kinder stark zu machen gegen Drogen und Sucht, wie die Ministerin anlässlich der diesjährigen Drogenkonferenz ihres Ministeriums in Mainz unterstrich. Mit dem neuen Ansatz „Zu Gast bei Familie?(FamTische)“ soll Eltern in ungezwungener Atmosphäre Gelegenheit gegeben werden, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Die Ministerin stellte diesen und andere Ansätze im Rahmen der Drogenkonferenz vor. Neben Fachvorträgen, einer Podiumsdiskussion und Workshops gab es erstmals auch ein Präventionscaf?, in dem sich unterschiedlichste Projekte und Angebote der Suchtprävention präsentierten.

Untersuchungen belegen nach Angaben der Ministerin einen erheblichen Suchtmittelmissbrauch in der Gesellschaft; allein in Rheinland-Pfalz sei von 78.000 alkohol- und 9.800 drogenabhängigen Menschen auszugehen. Oft werde der Grundstein für eine Drogenabhängigkeit in der Kindheit und Jugend gelegt. Sie habe daher die Suchtprävention zu einer der Schwerpunkte ihrer Initiative „Viva Familia“ gemacht, so die Ministerin. Ziel sei es, den Eltern verstärkt Orientierung und Unterstützung in der Suchtprävention zu geben. Die Suchtkrankenhilfe in Rheinland-Pfalz mit ihrem hohen Niveau sei dabei ein unverzichtbarer Partner. Die Regionalen Arbeitskreise Suchtprävention, die Präventionsfachkräfte und das Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung erreichten durch ihre kontinuierliche Arbeit jährlich mehrere tausend junge Menschen. Hinzu kommen die aus Landesmitteln geförderten Suchtberatungsstellen, die Selbsthilfegruppen sowie soziotherapeutische Einrichtungen und Fachkliniken.

Neben diesem bewährten System der Suchtkrankenhilfe gelte es jedoch, verstärkt neue Ansätze in der Suchtprävention auszuprobieren, so die Ministerin. Das Projekt „Zu Gast bei Familie? (FamTische)“ sei ein solcher neuer Ansatz, der Familien direkt erreiche: Eine Gastgeber-Familie lade Freunde und Bekannte ein, um sich mit Hilfe besonders geschulter Moderatorinnen und Moderatoren über das Thema Suchtprävention auszutauschen und damit ihre Erziehungskompetenz zu stärken. Nach dem Schneeballprinzip wechseln die Gastgeber, so dass ein immer größerer Kreis von Menschen angesprochen werde. Derzeit würden Moderatorinnen und Moderatoren für das Projekt gesucht, das im Juli zunächst an neun Standorten des Landes starten soll. Als weiteres neues Projekt nannte die Ministerin die Gründung eines Kompetenznetzes Essstörungen, das gemeinsam mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, der Psychosomatischen Fachklinik Bad Dürkheim, der Pfalzklinik Klingenmünster und verschiedenen Suchtberatungsstellen aufgebaut werden soll. Ziel sei es, die Prävention durch Bündelung der Ressourcen und einen besseren fachlichen Austausch zu fördern, so die Ministerin.

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