Malu Dreyer stellt Gesundheitsteams vor Ort vor

Gesundheit/Familie

Nr. 160-3/06

Um insbesondere Familien in Stadtteilen mit schwierigem sozialem Umfeld zu erreichen, hat Gesundheitsministerin Malu Dreyer das Projekt ?Gesundheitsteams vor Ort? initiiert, das zunächst modellhaft in der Mainzer Neustadt und in Trier-Nord erprobt wird. Gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern stellte die Ministerin das Projekt heute in Mainz vor. In den Gesundheitsteams arbeiten beispielsweise Hausärztinnen und Hausärzte, Kinderärztinnen und -ärzte, Hebammen, Ernährungsberaterinnen und -berater, bürgerschaftlich engagierte Institutionen und andere Fachleute zusammen. Sie sollen auf die Familien zugehen und sie aktiv motivieren, gesundheitsfördernde Angebote sowie Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen. „Ziel ist es, insbesondere sozial benachteiligten Familien den Zugang zu gesundheitlichen Leistungen zu erleichtern“, wie die Ministerin unterstrich. Das Projekt wird in diesem Jahr mit Mitteln in Höhe von insgesamt etwa 93.000 Euro vom Land Rheinland-Pfalz und den gesetzlichen Krankenkassen finanziert.

Das Projekt soll einen ganz konkreten Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitssituation von Familien und hier insbesondere von Kindern und Jugendlichen in schwierigen sozialen Lagen leisten. „Die Erfahrungen zeigen, dass vor allem Menschen, die in benachteiligten Stadtteilen leben, auch mit besonderen finanziellen Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit oder Problemen im Alltag zu kämpfen haben“, so die Ministerin. Häufig gerate in dieser Situation die Sorge für die eigene Gesundheit und die der Kinder aus dem Blick. Vielfach werde erst dann professionelle Hilfe in Anspruch genommen, wenn bereits gesundheitliche Störungen aufträten. Der frühe Kontakt zu den Gesundheitsteams soll dies vermeiden helfen.

Die Gesundheitsteams sollen die Familien motivieren, an Angeboten der Früherkennung und Vorsorge teilzunehmen, sie bieten Hilfestellung bei der Schwangerenbegleitung und Geburtsvorbereitung, geben Tipps zur Gesundheitspflege von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen oder geben Empfehlungen zu Themen wie Impfungen oder Zahngesundheit. Dies soll erreicht werden beispielsweise durch Einrichtung von medizinischen Sprechstunden, in denen Fachleute regelmäßig vor Ort bestimmte Untersuchungen etwa zur Blutzuckerbestimmung, Hör- und Sehtests, Sprachentwicklungsüberprüfungen oder Größen- und Gewichtsbestimmung anbieten. Daneben soll es regelmäßige Beratungsangebote beispielsweise zur Impfprophylaxe, zu gesunder Ernährung oder zu Fragen rund um das Thema Sexualität geben. Die Gesundheitsberatung soll auch den Weg weisen zu weiterführenden Hilfeangeboten des Gesundheits- und Sozialwesens. Mit Hilfe von Dolmetschern sollen dabei insbesondere auch Migrantinnen und Migranten erreicht werden.

Im Zentrum der Arbeit stehe die aufsuchende Hilfe an Orten wie Begegnungsstätten, religiösen Zentren oder Gemeindetreffpunkten sowie die Vernetzung der einzelnen Berufsgruppen, so die Ministerin. Gleichzeitig sollen die Gesundheitsteams eng an bestehende Hilfeangebote angebunden sein. „Das Projekt soll ausdrücklich nicht in Konkurrenz zu bestehenden örtlichen Gesundheitsangeboten stehen, sondern soll die Familien durch leicht zugängliche Beratung ermutigen, für ihre und die Gesundheit ihrer Kinder zu sorgen und - wenn nötig - Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und das bedeutet ganz praktisch zum Arzt, in die Apotheke, in die Beratungsstelle, zur Eltern- oder Selbsthilfegruppe oder zum Gesundheitsamt zu gehen“, sagte die Ministerin.

Die Gesundheitsteams sind berufsübergreifend aus Vertreterinnen und Vertretern der Gesundheitsberufe zusammengesetzt. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeiten mit der Sozial- und Jugendhilfe, der offenen Jugendarbeit, der Frühförderung, mit Bildungseinrichtungen und Sportvereinen vorgesehen. Eine Steuerungsgruppe unter Leitung einer Projektkoordinatorin analysiert die Bedarfssituation, koordiniert die Maßnahmen und plant Veranstaltungen.

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