Nr. 008-5/05
Für eine Stärkung der freiwilligen sozialen Dienste hat sich Sozialministerin Malu Dreyer heute in Mainz ausgesprochen. Unter anderem aufgrund der Verkürzung des Zivildienstes werde sich die Zahl der Zivildienstleistenden immer mehr verringern. Zivildienstleistende würden aber gebraucht, um das hauptamtliche Personal in stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen, aber auch in Sozialstationen wie in der persönlichen Assistenz für behinderte Menschen zu entlasten. Trotz der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes zur Wehrgerechtigkeit müsse mittelfristig darüber nachgedacht werden, wie der Zivil-dienst durch freiwillige soziale Dienste sinnvoll ergänzt werden könne.
Nach Angaben der Ministerin gibt es derzeit 4.000 Zivildienstleistende in Rheinland-Pfalz, im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Freiwilligen Ökologischen Jahr befänden sich etwa 1.000 junge Menschen. Gleichzeitig gebe es ein zunehmendes Interesse für freiwilliges Engagement. „Viele Bürgerinnen und Bürger wollen sich engagieren und suchen nach Möglichkeiten, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Dieses Potential muss stärker genutzt werden“. Der Freiwilligendienst im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres könnte beispielsweise durch flexiblere Zeitmodelle und erweiterte Einsatzmöglichkeiten gestärkt werden. Gerade im Hinblick auf junge Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, müsse eine neue Kultur der Anerkennung entstehen. Dazu gehöre beispielsweise die stärkere Berücksichtigung eines solchen Engagements bei der Bewerbung auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz oder beim beruflichen Aufstieg. Aber auch bei älteren Menschen nach der Berufs- und Familienphase sieht die Ministerin noch viel Potential für freiwilliges soziales Engagement. Sie begrüßte in diesem Zusammenhang ein neues Modellprogramm des Bundes zur Förderung generationenübergreifender Freiwilligendienste.
Die Aufwertung freiwilliger sozialer Dienste könnte nicht nur zu einer Kultur des Gemeinsinns beitragen. Auch der Freiwillige selbst ziehe daraus einen nicht zu unterschätzenden ideellen Gewinn. Und für manch einen jungen Menschen liege im Freiwilligen Jahr auch der Grundstein für seine spätere erfolgreiche Berufswahl, so die Ministerin.