Malu Dreyer startet Modellprojekt zur integrierten Pflegeausbildung

Menschen pflegen

Nr. 137-1/04

In Anwesenheit von Sozialministerin Malu Dreyer wurde heute in Speyer der Startschuss für ein bundesweites Modellprojekt einer gemeinsamen Ausbildung in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege gegeben. Die Ministerin lobte das von den Pflegerischen Schulen des Diakonissenkrankenhauses in Speyer initiierte Modellprojekt als richtungsweisend für die Weiterentwicklung der Pflegeberufe und die Sicherung der Pflegequalität. Gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte gewährleisteten eine gute Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Menschen, so die Ministerin. Die demographische Entwicklung, aber auch veränderte Familien- und Haushaltsstrukturen führten zu einem steigenden Bedarf an professioneller Pflege und somit zu einer steigenden Nachfrage nach gut ausgebildeten Pflegekräften. Die Verbesserung der Situation der Pflegekräfte - und dazu gehöre ganz entscheidend auch die Ausbildung - sei daher ein wichtiger Bestandteil ihrer Initiative ?Menschen pflegen?, so Malu Dreyer.

Das Modellprojekt in Speyer wird nach Angaben der Ministerin vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium und vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Es ist eines von acht Projekten dieser Art in der gesamten Bundesrepublik. Mit dem Modell soll eine sehr weitgehende Zusammenführung der bisher getrennten Ausbildungen in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege erprobt werden. Ziel einer gemeinsamen Ausbildung ist es, die Berufschancen der Absolventen zu erhöhen, ihr Wissen und ihre Handlungskompetenz zu verbreitern sowie die Flexibilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Pflege durch die Möglichkeit zum Einsatz in verschiedenen Arbeitsfeldern zu verbessern. Zum 1. September werden etwa 60 Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung im Rahmen des Projektes aufnehmen. Sie entscheiden sich für einen der drei Berufsabschlüsse und absolvieren die theoretische Ausbildung überwiegend gemeinsam. Erst in der letzten Phase der praktischen Ausbildung erfolgt die Spezialisierung, so dass die Schülerinnen und Schüler noch sehr lange Zeit haben, ihre Wahl zu ändern.

Der Besuch in der Evangelischen Diakonissenanstalt war Teil eines Sommerbesuchsprogramms der Ministerin in Speyer auf Einladung der Landtagsabgeordneten Friederike Ebli. Ziel der Informationsreise war es, sich ein Bild von der Arbeit sozialer Einrichtungen vor Ort zu machen und gleichzeitig den besonderen politischen Schwerpunkt der Ministerin, die Sicherung einer hochwertigen, menschlichen und wirtschaftlichen Pflege, zu unterstreichen. Neben der Diakonissenanstalt, wo die Ministerin auch an der Zeugnisvergabe an die Absolventinnen der Hebammenausbildung teilnahm, waren die Ökumenische Sozialstation (AHZ) und das Seniorenstift Haus Edelberg weitere Stationen ihres Besuchs. Die private Einrichtung Haus Edelberg in Speyer beteiligt sich als ein Pflegeheim von acht an dem vom Land geförderten Modellprojekt des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zur Optimierung der Hilfen für Menschen mit Demenzerkrankungen in stationären Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz. Die Ministerin hob das besondere Engagement der Verantwortlichen der Einrichtung in dem Projekt hervor. Im Rahmen des Projektes berate und begleite der MDK über einen Zeitraum von 30 Monaten die teilnehmenden Einrichtungen bei der Entwicklung und Realisierung von speziellen Versorgungsangeboten und -strukturen für Menschen mit Demenzerkrankungen. Hiermit verbunden ist auch eine breit angelegte Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Menschen mit Demenz. Die Ministerin verspricht sich aus dem Projekt wertvolle Erkenntnisse, die landesweit nutzbar gemacht werden können.

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