Nr. 162-1/05
„Das Leiden der Opfer von Krieg und Gewalt verpflichtet uns, Gewaltherrschaft abzuwehren, Zivilcourage und Toleranz zum Maßstab unseres Handelns zu machen und den Krieg als Mittel der Politik zu ächten“. Das unterstrich Sozialministerin Malu Dreyer heute bei der Landesfeier zum diesjährigen Volkstrauertag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Trier in Vertretung von Ministerpräsident Kurt Beck. „Wir können Konflikte zwar nicht verhindern, denn sie sind Bestandteil des menschlichen Lebens, aber wir können dafür eintreten und daran mitwirken, dass sie nicht eskalieren“. Der Volkstrauertag, der der unzähligen Opfer von Krieg und Gewalt gedenke, müsse jedes Jahr neu in diesem Sinne als Mahnung begriffen werden, so die Ministerin. Sie dankte dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für die aktive Friedensarbeit, die er in den vergangenen Jahrzehnten geleistet hat. Vor allem seine engagierte Jugendarbeit trage dazu bei, den Gedanken des friedlichen Zusammenlebens an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.
Der Volkstrauertag habe bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Die Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen in der ganzen Welt sowie die Ausweitung terroristischer Bedrohung in all ihren Ausprägungen zeigten auch heute, welche verheerenden Folgen und welch unermessliches Leid Spannungen haben könnten, wenn die Völker nicht in der Lage seien, sie frühzeitig und friedlich zu lösen. Oft seien es soziale Konflikte, die zur Eskalation vor allem in ärmeren Ländern führten. Die reichen Länder, und allen voran Deutschland, das in der Vergangenheit viel Leid über andere Völker gebracht habe, seien hier in der Pflicht zu helfen. „Bei allen Herausforderungen, vor denen unser Land steht, dürfen wir nie vergessen, dass wir seit 60 Jahren in Frieden und Freiheit leben und zu den reichsten Ländern dieser Erde gehören. Das verpflichtet uns“, so die Ministerin.
Deutschland habe im Laufe dieser sechs Jahrzehnte im Rahmen des atlantischen Bündnisses und der Europäischen Union einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben geleistet. „Wir haben gute freundschaftliche Verhältnisse und Partnerschaften zu Nachbarn und Völkern in der ganzen Welt“. Für das Land Rheinland-Pfalz gelte dies ganz besonders, da es das Bundesland mit den meisten europäischen Nachbarn sei, zu denen es sehr freundschaftliche Beziehungen pflege. Die Ministerin wertete es als deutlichen Ausdruck der erfolgreichen Aussöhnung der europäischen Staaten, dass der Bürgermeister der französischen Stadt Metz anlässlich der Landesfeier die Gedenkrede zum Volkstrauertag hielt.