Nr. 064-5/04
Am 26. Mai 2004 findet in Rheinland-Pfalz der landesweite Aktionstag zur Suchtvorbeugung statt. Familien- und Gesundheitsministerin Malu Dreyer begrüßte heute in Mainz als Schirmherrin die Initiative der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und der Regionalen Arbeitskreise Suchtprävention. „Besonders freut es mich, dass die Themen Alkohol, Rauchen und Essstörungen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Aktionstages stehen. Legale Süchte nehmen einen immer breiteren Raum ein und dürfen keinesfalls verharmlost werden“, erklärte die Ministerin. Das Ministerium fördert die Umsetzung des landesweiten Aktionstages, der mit einer Vielzahl von Kooperationspartnern in 22 Kommunen des Landes stattfindet.
In Rheinland-Pfalz gelten etwa 78.000 Menschen als alkoholabhängig und circa 210.000 als nikotinabhängig. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit habe deshalb in der Suchtvorbeugung einen Schwerpunkt auf die Entwicklung und Umsetzung präventiver Programme im Bereich legaler Süchte gelegt, so die Ministerin. In Kooperation mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung führe das Ministerium zur Zeit verschiedene Modellprojekte durch, wie beispielsweise ein Projekt zur Reduktion alkoholbedingter Verkehrsunfälle, das Aktionsprogramm zur Förderung des Nichtrauchens oder ein Modellprojekt zur Prävention von Essstörungen.
Unter dem Motto „Be strong - be clean - feel good“ richte sich der Aktionstag in erster Linie an Jugendliche, erklärte die Ministerin. Ob Theateraufführungen, Workshops, Informationsstände oder Videoprojekte - ein attraktives Programm mit mehr als 200 Einzelveranstaltungen biete jungen Menschen Gelegenheit, sich über die Entstehung einer Sucht und Möglichkeiten der Vorbeugung zu informieren. Viele Jugendliche gestalteten den Aktionstag aktiv mit. Sie beteiligten sich beispielsweise an Aktionen zur Alkoholprävention im Straßenverkehr, dekorierten Schaufenster zu Themen der Suchtprävention oder präsentierten Songs und Videoclips, die sie im Rahmen der Vorbereitung auf den landesweiten Aktionstag selbst entwickelt haben. Seminare zur Persönlichkeitsstärkung und zur sinnvollen Freizeitgestaltung rundeten das Programm ab. Hinzu kämen Veranstaltungen für Eltern zu suchtpräventiven Themen.
Die verschiedenen Aktivitäten in den Regionen werden nach Angaben der Ministerin um ein landesweit einheitliches Programm ergänzt. So können sich alle Jugendlichen in Rheinland-Pfalz an einem Internetspiel beteiligen (www.bestrong-beclean-feelgood.de). Im „Info-Check“ können sie beispielsweise ihr Wissen über Alcopops testen. Sie erhalten Informationen über Essstörungen, Hinweise auf Online-Beratungen oder Tipps, was sie tun können, wenn sie mit dem Rauchen aufhören möchten.
„Mit diesem breiten und sehr attraktiven Angebot erhoffen wir uns Zugang zu jungen Menschen, die mit herkömmlichen Beratungs- und Informationsangeboten oft nur schwer zu erreichen sind“, so die Ministerin. In anschaulicher Weise verdeutliche der Aktionstag, dass mit gezielter Information vorbeugend viel gegen Suchterkrankungen getan werden könne. Die Aktivitäten des landesweiten Aktionstages sind nach Angaben der Ministerin eingebunden in die seit Jahren kontinuierliche und vom Ministerium geförderte Präventionsarbeit der Regionalen Arbeitskreise Suchtprävention und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung. Die Arbeitskreise leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer suchtpräventiven Infrastruktur in den Regionen. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit fördere jährlich rund 50 suchtpräventive Projekte der Arbeitskreise. Das Ministerium unterstütze zudem das Büro für Suchtprävention der LZG. Das Büro koordiniere die Arbeit der Regionalen Arbeitskreise auf Landesebene, biete Seminare für Fachkräfte der Suchtvorbeugung an und entwickle Modellprojekte zur Suchtvorbeugung.
Nähere Informationen zum Programm des Aktionstages sind bei der LZG unter der Telefonnummer 06131/206924 erhältlich.