Nr. 241-4/03
Integrationsbetriebe bieten Menschen mit Behinderungen nach Ansicht von Sozialministerin Malu Dreyer besonders gute Chancen auf einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Die Landesregierung unterstütze daher den weiteren Ausbau dieser Betriebe, wie die Ministerin bei einer Fachtagung ihres Ministeriums zum Thema „Zukunftsaufgabe Integrationsbetrieb“ in Bad Kreuznach unterstrich. Mehr und mehr Träger eröffneten behinderten Menschen durch Integrationsarbeitsplätze den Zugang zur Arbeitswelt. Neben der Gründung weiterer Integrationsbetriebe sei die Einrichtung von Integrationsabteilungen in Betrieben der freien Wirtschaft ein weiteres wichtiges Ziel. „Wenn wir mittlere und große Unternehmen dazu ermutigen können, mit Integrationsabteilungen neue Wege zu gehen, können wir die Chancen behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt deutlich verbessern“, so Malu Dreyer.
Rheinland-Pfalz verfüge über ein dicht gespanntes Netz an Werkstätten für behinderte Menschen. Für die Zukunft müsse jedoch nach neuen Wegen gesucht werden, um arbeitslosen behinderten Menschen den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen, so die Ministerin. Daher stehe künftig nicht mehr der weitere Ausbau des Werkstattnetzes, sondern der Aufbau von Integrationsbetrieben und -projekten im Vordergrund. Ein wichtiger Partner sei dabei die „Landesarbeitsgemeinschaft Integrationsprojekte“, mit der das Ministerium auch die Fachtagung gemeinsam organisierte. Die Ministerin will die Fachtagung künftig regelmäßig durchführen, um Raum für eine intensive fachliche Diskussion zu geben. Dabei könnten beispielsweise Fragen wie die Konkurrenz zu anderen Anbietern oder die Besteuerung und die damit zusammenhängende Gemeinnützigkeit diskutiert werden.
In Zeiten schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hätten Menschen mit Behinderungen ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben als nicht behinderte Menschen. Umso bemerkenswerter seien die Erfolge, die das Aktionsprogramm des Bundes, „50.000 Jobs für schwerbehinderte Menschen“, gebracht habe. In der Umsetzung dieses Programmes habe das Land die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen seit dem Jahre 2000 um 30 Prozent gesenkt. Die Landesregierung werde unter anderem mit dem novellierten Landessonderprogramm zum Abbau der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen an der weiteren Verbesserung der Beschäftigungsquote arbeiten, kündigte die Ministerin an. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist ihr der verstärkte Einsatz von Arbeitsassistenz, also der personellen Hilfen für behinderte Menschen am Arbeitsplatz.