Nr. 008-6/07
Das Land wird in diesem Jahr zwei neue Interventionsstellen gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen in den Bereichen der Polizeidirektionen Koblenz und Wittlich fördern, wie Frauenministerin Malu Dreyer heute in Mainz ankündigte. „Damit wird der im vergangenen Jahr vom Landtag beschlossene Ausbau des rheinland-pfälzischen Interventionsnetzes gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen fortgesetzt“, so die Ministerin. Ausschlaggebend für die Standortauswahl ist, dass Koblenz als einzige rheinland-pfälzische Großstadt noch ohne Interventionsstelle ist. Im Polizeidirektionsbereich Wittlich wiederum sei das Hilfsangebot für Opfer von Beziehungsgewalt noch nicht ausreichend, so die Ministerin. Als Übergangslösung fördere das Land in Bitburg seit 2005 ein über Fallpauschalen finanziertes proaktives Beratungsangebot der Caritas Westeifel. Am Auswahlverfahren für die Trägerschaft der neuen Einrichtungen werden die Regionalen Runden Tische beteiligt. „Die Schließung regionaler Lücken im Interventionsverbund wird 2008 mit zwei weiteren Interventionsstellen fortgesetzt. Auch hier wird den mit Hilfseinrichtungen unterversorgten nördlichen Landesteilen erste Priorität eingeräumt“, kündigte Malu Dreyer an.
Derzeit bezuschusst das Land nach Angaben der Ministerin sechs Interventionsstellen in Westerburg, Trier, Mainz, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Bad Kreuznach. Sie verfolgen einen so genannten proaktiven Ansatz und nehmen nach polizeilicher Vermittlung zeitnah Kontakt zu den von Gewalt in engen sozialen Beziehungen betroffenen Frauen auf. Insbesondere leisten sie kurzfristige Krisenintervention und psychosoziale Erstberatung, geben Informationen zu den rechtlichen Möglichkeiten und bieten Schutz- und Sicherheitsplanung, oft in Zusammenarbeit mit der Polizei.
Die Arbeit der Interventionsstellen laufe sehr erfolgreich, der proaktive Ansatz werde sehr gut angenommen, sagte die Ministerin. Eine Evaluation habe ergeben, dass 93 Prozent der betroffenen Frauen sich bei erneuter Gefahr wieder an die Interventionsstelle wenden würden. Im Unterschied zu üblichen Beratungsstellen könnten mit diesem Ansatz auch Frauen erreicht werden, die von sich aus eine solche Stelle nicht aufsuchen würden. Damit haben die Interventionsstellen auch eine präventive Wirkung und können weitere Gewalt verhindern.