Nr. 075-6/07
„Das Rheinland-pfälzische Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG) leistet einen wichtigen Beitrag zu einem verbesserten Schutz der betroffenen Frauen“, wie Frauenministerin Malu Dreyer heute in Mainz bei einer Sitzung des Landesweiten Runden Tisches des RIGG unterstrich. Die Ministerin nahm zum ersten Mal in ihrer Funktion als Frauenministerin an dem Runden Tisch teil. „Mit dem Interventionsprojekt ist ein landesweiter Entwicklungsprozess eingeleitet worden, um Gewalt in engen sozialen Beziehungen wirksamer zu bekämpfen und langfristig zu verhindern“, unterstrich die Ministerin. Wichtige Themen für die Zukunft seien der weitere Ausbau der Interventionsstellen, die engere Vernetzung mit dem Gesundheitsbereich und die stärkere Sensibilisierung des Jugendhilfebereichs für die Mitbetroffenheit von Kindern durch Gewalt in engen sozialen Beziehungen.
RIGG wurde nach Angaben der Ministerin im Jahre 2000 ins Leben gerufen, um diese Gewaltdelikte effektiver bekämpfen zu können und die unterschiedlichen beteiligten Professionen besser miteinander zu vernetzen. Beziehungsgewalt werde nicht länger als private Angelegenheit, sondern als öffentliche Aufgabe verstanden, die ressortübergreifend bearbeitet wird und in der alle staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen aufeinander abgestimmt zusammenwirken, so die Ministerin. Zu den wichtigsten Erfolgen des RIGG gehöre die Einrichtung von sechs Interventionsstellen, die nach der polizeilichen Ermittlung von sich aus Kontakt mit von Gewalt betroffenen Frauen aufnehmen. Dieses pro-aktive Vorgehen ermögliche es, dass auch Frauen, die von sich aus häufig keine Hilfeangebote in Anspruch nehmen, wie beispielsweise Migrantinnen, erreicht werden. Außerdem wurden Einrichtungen zur Täterarbeit geschaffen, die in Einzel- und Gruppenangeboten mit gewalttätigen Männern mit dem Ziel der Verhaltensänderung arbeiten. Darüber hinaus sei ein neues polizeiliches Ermittlungsverständnis bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen festzustellen, die nicht mehr als Familienstreitigkeit, sondern als Gewaltdelikt eingestuft wird.
Der Landesweite Runde Tisch und die 22 Regionalen Runden Tische seien Ausdruck der Vernetzung staatlicher und nichtstaatlicher Stellen im Interventionsprojekt, sagte die Ministerin. Neben den beteiligten Landesministerien sind beispielsweise die kommunalen Spitzenverbände, die Landeszentrale für Gesundheitsförderung, der Landesfrauenrat und der Landesfrauenbeirat, die LAG der Autonomen Notrufe und die Landeskonferenz der Frauenhäuser am Landesweiten Runden Tisch vertreten. Die Regionalen Runden Tische sind unter anderem mit Polizei, Justiz, Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen, Kinderschutzeinrichtungen, Jugendämtern und Gleichstellungsbeauftragten besetzt.