Nr. 066-5/06
Die Vermeidung des Tabakkonsums junger Menschen und der Nichtraucherschutz sind zentrale Anliegen der rheinland-pfälzischen Suchtpolitik, wie Gesundheitsministerin Malu Dreyer heute in Mainz zum morgigen Weltnichtrauchertag unterstrich. Der Nichtrauchertag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Tabak - tödlich in jeder Form“. Nach Angaben der Ministerin rauchen im Land rund 800.000 Menschen zwischen 18 und 59 Jahren. 210.000 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer gelten als nikotinabhängig. Etwa 2.100 Menschen sterben jährlich an bösartigen Neubildungen der Luftröhre, Bronchien und Lunge. In 80 bis 90 Prozent sei der Missbrauch von Tabak für diese Erkrankungsbilder verantwortlich, so die Ministerin. Diese Zahlen zeigten eindrücklich, dass im Kampf gegen die Tabaksucht nicht nachgelassen werden dürfe.
Die suchpräventiven Maßnahmen der Landesregierung zielen nach ihren Angaben insbesondere darauf, Jugendliche darin zu bestärken, nicht mit dem Rauchen zu beginnen beziehungsweise damit wieder aufzuhören. In Verbindung mit der rheinland-pfälzischen Nichtraucherkampagne „Lass stecken“ sei dazu das rheinland-pfälzische Aktionsprogramm zur Förderung des Nichtrauchens entwickelt worden. An der Entwicklung und Umsetzung des Programms seien neben dem Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung die „Arbeitsgemeinschaft Rauchfrei“, die Fachkräfte der Suchtprävention in Rheinland-Pfalz und die Schulen beteiligt. Die Schwerpunkte der Maßnahmen reichten von Angeboten der Information, Beratung und Fortbildung für Fachkräfte und Eltern in den Schulen bis hin zur Raucherentwöhnung für Jugendliche und Erwachsene. Als Beispiel nannte die Ministerin den Wettbewerb „Be smart - don?t start“, an dem 5.000 Schülerinnen und Schüler rheinland-pfälzischer Schulklassen teilnahmen und sich verpflichteten, für mindestens ein halbes Jahr nicht zu rauchen.
Dass die Maßnahmen gegen den Tabakkonsum junger Menschen erfolgreich sein können, zeigen nach Angaben der Ministerin die Ergebnisse von Repräsentativbefragungen. Danach ist der Tabakkonsum junger Menschen in den vergangenen Jahren gesunken. So ging zwischen 2001 und 2004 der Anteil der Raucherinnen und Raucher bei den 12- bis 25-Jährigen von 37 Prozent auf 35 Prozent zurück. Am stärksten geändert habe sich der Tabakkonsum in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen. In dieser Altersgruppe waren in den 90er Jahren starke Zuwächse zu verzeichnen. Inzwischen ist die Raucherquote in dieser Gruppe von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 20 Prozent im Jahr 2005 gesunken. Es sei daher erforderlich, aber auch lohnend, weiterhin Schwerpunkte in der Suchtprävention zu setzen, so Malu Dreyer.