Nr. 126-3/05
Zum diesjährigen Tag des Kinderkrankenhauses am 18. September hat Gesundheitsministerin Malu Dreyer Krankenkassen und Krankenhäuser aufgefordert, von den dafür getroffenen Regelungen zur Mitaufnahme der Eltern erkrankter Kinder unbürokratisch Gebrauch zu machen. Bereits vor einigen Jahren habe die Konferenz der Gesundheitsministerinnen und minister der Länder Empfehlungen für eine kindgerechte Krankenhausversorgung herausgegeben. Ein wesentlicher Punkt dieser Empfehlungen sei die Mitaufnahme eines Elternteils, wenn dies medizinisch angezeigt sei, sagte die Ministerin heute in Mainz.
In einigen Fällen gebe es nach wie vor Schwierigkeiten bei der Mitaufnahme eines Elternteils, so die Ministerin. „Nach meiner Auffassung ist bei Kleinkindern und darüber hinaus auch bei älteren Kindern und Jugendlichen, wenn schwerwiegende Erkrankungen vorliegen, die Mitaufnahme eines Elternteils dringend geboten“, sagte Malu Dreyer. Ihr Ministerium setze sich für eine einheitliche und unbürokratische Praxis ein. Eine Mitaufnahme eines Elternteils trage dazu bei, den Kindern die Angst vor der ungewohnten Atmosphäre im Krankenhaus zu nehmen und fördere den Heilungsprozess, so die Ministerin.
Das Land trage den Empfehlungen der Gesundheitsministerkonferenz seit langem Rechnung. So werde bei anstehenden Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen in Kinderkliniken und -abteilungen, die das Land finanziert, darauf geachtet, dass die baulichen Voraussetzungen für eine Mitaufnahme eines Elternteils geschaffen werden. Im Krankenhausinvestitionsprogramm 2005 stehen nach Angaben der Ministerin 500.000 Euro als erste Rate für die Erweiterung und Modernisierung der Kinderklinik am Städtischen Krankenhaus Kemperhof in Koblenz und ebenfalls 500.000 Euro als erste Rate für die Erweiterung und Modernisierung der Kinderklinik am Vincentius-Krankenhaus Landau bereit. Auch bei den Planungen für diese beiden Baumaßnahmen werde darauf geachtet, dass eine angemessene Zahl an Eltern-Kind-Einheiten geschaffen werden, so die Ministerin.