Nr. 156-2/04
„Die Landesregierung wird in ihren Bemühungen nicht nachlassen, Jugendlichen die Chance auf eine berufliche Ausbildung oder einen Arbeitsplatz zu eröffnen“, wie Arbeitsministerin Malu Dreyer heute bei ihrem Besuch der Ausbildungsbörse Trier unterstrich. Immer noch hätten zahlreiche junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Trotz der in den vergangenen Wochen sehr erfolgreichen gemeinsamen Anstrengungen von Kammern, Betrieben, Schulen, Gewerkschaften, Arbeitsämtern und Landesregierung sei die Anspannung auf dem Ausbildungsmarkt in diesem Jahr noch größer als im Jahr zuvor. Neben der bedrückenden persönlichen Situation für den einzelnen Jugendlichen habe der Mangel an Ausbildungsplätzen auch eine arbeitsmarktpolitische Dimension: „Die heutigen jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz sind die fehlenden Fachkräfte von morgen“, so die Ministerin. Deshalb stehe vor allem auch die Wirtschaft in der Verantwortung, für ein ausreichendes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen zu sorgen.
Ende Juli dieses Jahres gab es nach Angaben der Ministerin noch insgesamt rund 3.800 freie Ausbildungsstellen im Land, denen fast 9.000 Lehrstellensuchende gegenüberstanden. In Trier waren 570 Stellen unbesetzt bei etwa 800 noch nicht vermittelten Jugendlichen. Ausbildungschancen gebe es vor allem noch in den handwerklichen Berufen und hier vor allem im Ernährungsgewerbe und in den dazugehörigen Berufen der Fachverkäufer sowie in Berufen des Hotel- und Gaststättengewerbes. Die Ministerin appellierte an die noch „unversorgten“ Jugendlichen, auch Berufe in den Blick zu nehmen, die vielleicht nicht unbedingt ihre erste Wahl seien, wenn im Wunschberuf keine Lehrstelle zu finden sei. An die Unternehmen richtete sie ihren Appell, auch den vermeintlich oder tatsächlich leistungsschwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. „Ich bin sicher, dass sich dieses Engagement für alle Beteiligten lohnt“, so Malu Dreyer. Sie lobte die Aktivitäten des Lehrstellennetzwerkes Trier, das erheblich dazu beitrage, das Angebot der Jugendlichen und die Nachfrage der Betriebe zusammenzubringen.
Auch die Landesregierung nutze ihre Möglichkeiten, um die Arbeitsmarkt- und Ausbildungsplatzsituation für junge Menschen zu verbessern. So sei die Ausbildung immer wieder Thema in Gesprächen mit der Wirtschaft beispielsweise beim Ovalen Tisch der Staatskanzlei. Das Arbeitsministerium führe im Rahmen seines Programms „Jugend in Arbeit“ jährlich eine Vielzahl von Maßnahmen durch, um die Beschäftigungs- und Ausbildungschancen vor allem sozial benachteiligter Jugendlicher zu verbessern. Darüber hinaus finanziere das Land kommunale „Jugend-Scouts“ und Jobfüxe zur beruflichen Eingliederung junger Menschen.