Malu Dreyer: Beratungsstellen müssen sich auf neue Anforderungen einstellen

Soziale Beratung

Nr. 172-5/04

„Beratungsarbeit muss sich mit vielfältigen neuen Anforderungen auseinandersetzen, wenn das gut ausgebaute System der Beratung in Rheinland-Pfalz leistungsfähig gehalten werden soll“. Dies unterstrich Sozialministerin Malu Dreyer heute in Mainz anlässlich einer gemeinsamen Fachtagung ihres Hauses mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) in Frankfurt und der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth zum Thema „Die Zukunft von Beratungsstellen gestalten“. In Zeiten enger werdender finanzieller Spielräume, aber auch eines steigenden Bedarfs an Beratung gewännen Qualitätsentwicklung, Planung und Steuerung immer mehr an Bedeutung, so die Ministerin.

Für die Landesregierung habe die Beratungsarbeit einen hohen Stellenwert. Ein sichtbares Zeichen dafür seien sie Zuschüsse, die das Land - im Gegensatz zu anderen Ländern - kontinuierlich auf einem hohen Niveau halte. Für dieses Jahr stünden den rheinland-pfälzischen Beratungsstellen 12,4 Millionen Euro an Landesmitteln zur Verfügung. Damit könnten Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz im Bedarfsfall auf ein gut ausgebautes Netz an Beratung zurückgreifen. Das Spektrum reiche von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Schwangerschaftsberatung über Erziehungs- bis hin zur Schuldner- oder Suchtberatung.

In einer komplexer werdenden Gesellschaft werde auch der Alltag von Familien vielschichtiger. Familien würden heute mit einer Vielzahl von Anforderungen konfrontiert; als Beispiele nannte die Ministerin die schwierige Situation am Arbeitmarkt, höhere Anforderungen in der Erziehung von Kindern oder Probleme durch Trennung und Scheidung. Aufgrund dessen benötigten Familien, aber auch Einzelpersonen in zunehmendem Maße professionelle Unterstützung und Beratung. Dies zeige die steigende Zahl von Ratsuchenden in den verschiedenen Beratungsfeldern. Für die Beratungsstellen bedeute dies, dass auch sie sich auf diese neuen Anforderungen einstellen und sich entsprechend weiterentwickeln müssten. Sie müssten sich beispielsweise auseinandersetzen mit Fragen der Qualitätsentwicklung, des Controlling, der Finanzierung, neuer Organisationsformen und neuer Methoden. Das Ministerium unterstütze den Veränderungsprozess der Beratungsstellen durch die Förderung von Fortbildungen. Auch von der Fachtagung erhoffe sie sich Impulse für innovative Lösungen, so die Ministerin.

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