Dreyer und Bauckhage rufen Betriebe zum Mitmachen auf

Audit Beruf & Familie

Nr. 050-2/05

Familienministerin Malu Dreyer und Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage rufen die rheinland-pfälzischen Betriebe zur Teilnahme am “Audit Beruf & Familie? auf und bieten finanzielle Unterstützung bei der Durchführung des Audits an. „Das Audit unterstützt Betriebe darin, sich auf die Anforderungen einer familienbewussten Arbeitswelt einzustellen. Diese wird für die Zukunft gerade vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen sein, wenn es darum geht, qualifiziertes Personal zu rekrutieren“, erklärten Dreyer und Bauckhage heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Mainz. Von einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf profitierten nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die Betriebe selbst. Familienfreundlichkeit sei kein “weiches? Thema, sondern ein harter Wirtschaftsfaktor und sogar ein Standortvorteil. Das im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung entwickelte Audit ist ein einfaches und praxisgerechtes Instrument für Wirtschaft und Verwaltung, um realistische Möglichkeiten für Verbesserungen zu entwickeln und umzusetzen. Das rheinland-pfälzische Familienministerium führt das „Audit Beruf & Familie“ selbst durch und hat bereits das Grundzertifikat erhalten.

Mehr Familienbewusstsein in der Arbeitswelt sei ein zentrales Ziel ihrer Initiative “Viva Familia?, erklärte Malu Dreyer. Im Mittelpunkt stehe dabei die Frage, wie sich die Anforderungen der Arbeitswelt besser mit den Bedürfnissen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vereinbaren lassen, die familiäre Verantwortung übernehmen. Flexible Arbeitszeitregelungen, moderne Arbeitsformen wie Tele- oder Heimarbeit und Job-Sharing, Kinderbetreuungsangebote und spezielle Qualifizierungsangebote für Berufsrückkehrerinnen und Beurlaubte während der Elternzeit förderten die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit und trügen dazu bei, das oft erlebte Spannungsfeld zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt und der Familienwirklichkeit in eine für beide Seiten tragfähige Balance zu bringen.

„Durch eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf profitieren Institutionen in Wirtschaft und Verwaltung von einer höheren Zufriedenheit und Motivation ihrer Beschäftigten?, so Wirtschaftsminister Bauckhage. Auch der Imagegewinn durch Familienfreundlichkeit sei angesichts des demographischen Wandels und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für Arbeitgeber, wenn sie qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen oder halten möchten. Vor diesem Hintergrund werde sich auch das Wirtschaftsministerium dem Auditierungsprozess unterziehen. „Damit gehen wir mit gutem Beispiel voran. Zudem erhoffen wir uns durch den damit verbundenen Beratungsprozess, für qualifiziertes Personal weiterhin attraktiv zu bleiben und unser Haus für die zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes wettbewerbsfähig zu machen.“

Das „Audit Familie & Beruf“ kann nach Auffassung des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, Richard Patzke, Betriebe durchaus bei der Verbesserung der Familienfreundlichkeit unterstützen. Schwierig bleibe aber die Situation für kleine Unternehmen, die sich ebenso wie große Unternehmen den verschärften Wettbewerbsbedingungen globalisierter Märkte stellen müssten: „Hier bleiben oft nur Arbeitzeit und Arbeitsort als Handlungsfelder, um für die Belegschaft die konkurrierenden Anforderungen von Betrieb und Familie unter einen Hut zu bringen. Das gleicht oft genug der sprichwörtlichen Quadratur des Kreises“, sagte Patzke. Der IHK-Hauptgeschäftsführer forderte: „Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf darf nicht nur als Herausforderung für die Wirtschaft begriffen werden, sondern muss stärker als bisher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angenommen werden.“

Die Landesregierung will daher Unternehmen und Verwaltungen im Land motivieren, mit Hilfe des “Audits Beruf & Familie? der Hertie-Stiftung die Möglichkeiten einer familienbewussten Personalpolitik auszuschöpfen. Die Unternehmen und die Verwaltungen, die das Audit durchgeführt haben, erhalten ein entsprechendes Zertifikat. Das Land bietet Beratung und finanzielle Unterstützung für die Durchführung des Audits an: Bei Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten übernimmt das Land die Hälfte der Kosten für das Zertifizierungsverfahren, bei Betrieben bis zu 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden sogar die Kosten voll übernommen.

Das „Audit Beruf & Familie“ hilft Arbeitgebern, ihre Arbeits- und Führungsstrukturen, interne Arbeitsabläufe und die Informations- und Kommunikationspolitik zu analysieren und das betriebsindividuelle Entwicklungspotenzial aufzuzeigen. Dabei ist eine familiengerechtere Infrastruktur oft schon durch kostengünstige Maßnahmen erreichbar, die ohne großen administrativen Aufwand umgesetzt werden können. Unternehmen beziehungsweise Institutionen, die das Audit anstreben, werden hierbei von der ?Beruf & Familie gemeinnützige GmbH? begleitet und unterstützt. Für ihr Engagement zur Verbesserung familiengerechter Arbeitsbedingungen werden in jedem Jahr Unternehmen und Institutionen mit dem Zertifikat “Beruf & Familie? als familienfreundliche Arbeitgeber ausgezeichnet.

Interessierte Unternehmen berät und informiert Lucie Janousek von der Beruf & Familie GmbH unter der Telefonnummer 069/660756152; weitere Informationen gibt es auch unter www.beruf-und-familie.de.

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