Dreyer/Stein: Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko stärker im Blickpunkt

Zahngesundheit

Nr. 161-3/04

Landesregierung und Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (LAGZ) wollen Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Kariesrisiko besser für die zahnmedizinische Prävention und Prophylaxe erreichen. Dies kündigten Gesundheitsministerin Malu Dreyer und der Vorsitzende der LAGZ, Sanitätsrat Dr. Helmut Stein, heute in Mainz an. In bestimmten Altersgruppen hätten etwa 20 Prozent der Kinder etwa 80 Prozent der Karies. Nach Untersuchungen sei das Kariesrisiko von sozial benachteiligten Kindern deutlich höher als bei anderen. Deshalb müsse ein besonderes Augenmerk auf diese Gruppe gelegt werden, so Dreyer und Stein. Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Kariesrisiko sollen in Schulen zahnmedizinisch besonders intensiv betreut werden. Dazu hätten die Ministerien für Bildung und für Gesundheit gemeinsam mit der LAGZ ein spezielles Angebot entwickelt.

Generell habe sich die Zahngesundheit bei Kindern in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich verbessert. Rheinland-pfälzische Kinder und Jugendliche hätten im Vergleich der Bundesländer überdurchschnittlich gute Zähne. Bereits mehr als die Hälfte aller Erstklässler in Rheinland-Pfalz habe ein naturgesundes Gebiss. Dies sei nicht zuletzt ein Verdienst der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (LAGZ) Rheinland-Pfalz, die sich seit Jahrzehnten überaus engagiert für eine möglichst frühe zahnmedizinische Prophylaxe einsetze, so die Ministerin. In der LAGZ, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, haben sich Zahnärzteschaft, Krankenkassen, öffentlicher Gesundheitsdienst und Landesregierung zusammengeschlossen, um gemeinsam die Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. „Und diese Zusammenarbeit hat Früchte getragen, wie der gute Zustand der Zähne rheinland-pfälzischer Kinder und Jugendlicher zeigt“, so die Ministerin.

Die zahnmedizinische Prophylaxe von Kindern und Jugendlichen wird in Rheinland-Pfalz auch von der Landesregierung seit Jahren konsequent gefördert. So beteilige sich das Land beispielsweise an der Finanzierung entsprechender Maßnahmen der Gruppenprophylaxe in Schulen und Kindergärten, da gerade auf dem Gebiet der Zahngesundheit frühzeitiges gesundheitsbewusstes und vorbeugendes Verhalten wichtig und erfolgversprechend sei. Die Landesarbeitsgemeinschaft und die örtlichen Arbeitsgemeinschaften Jugendzahnpflege seien dabei wichtige Partner; sie betreuten mittlerweile über 80 Prozent der rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten und Grundschulen in der Gruppenprophylaxe.

Gesundheitliche Chancengleichheit sei ein besonderes Merkmal der Gesundheitsziele der Landesregierung, wie die Ministerin betonte. Deshalb sollen Schulen verstärkt Unterstützung erhalten, um an der Verbesserung der Zahngesundheit ihrer Schülerinnen und Schüler mitwirken zu können. Dazu wird Schulen ab dem Schuljahr 2004/05 die Möglichkeit geboten, an einem gezielten Aktionsprogramm und einer Intensivbetreuung der LAGZ teilzunehmen, wie Stein erläuterte. Kernstücke des Lern- und Erziehungsprozesses seien gezielte Informationen über die richtige Mundhygiene, zahngesunde Ernährung und die Gewöhnung an frühzeitige und regelmäßige Zahnarztbesuche. Dabei sollen insbesondere Kinder erreicht und für prophylaktische Maßnahmen motiviert werden, die besonders kariesgefährdet sind oder bereits deutlich schlechtere Zähne haben, so der LAGZ-Vorsitzende.

Das Intensivprogramm sieht nach Angaben von Stein vor, dass Schulzahnärztinnen und -ärzte das Thema Zahngesundheit anhand von speziell entwickelten Unterrichtsmaterialien behandeln. Vorgesehen seien dabei drei Besuche pro Schuljahr und Klasse im Umfang von insgesamt sechs Stunden. Auf dem Stundenplan stünden dabei Prophylaxegespräche, Übungen zum Zähnputzen und zur Mundhygiene sowie zahnärztliche Untersuchungen der Schülerinnen und Schüler. Dabei sei auch vorgesehen, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern über Fluoridierung der Zähne aufzuklären und entsprechende Maßnahmen anzubieten.

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