"Während es bundesweit seit dem 1. Januar 2008 einen Rechtsanspruch auf die Inanspruchnahme der meisten Leistungen für behinderte Menschen in Form eines persönlichen Budgets gibt, haben wir in Rheinland-Pfalz bereits 1998 modellhaft das persönliche Budget erprobt und konsequent eingeführt. Mit über 4.400 behinderten Menschen, die heute ein solches persönliches Budget nutzen, um selbstbestimmter leben zu können, sind wir daher in dieser Hinsicht derzeit bundesweit führend", erklärte Sozialministerin Malu Dreyer. Dabei biete die Nutzung von Leistungen in Form eines persönlichen Budgets anstatt von vorgegebenen Sachleistungen den Betroffenen mehr Freiheit, die Hilfen selbstbestimmter und zielgerichteter einzusetzen. Beim persönlichen Budget gehe es nicht nur darum, selbst wählen zu können, wer die Hilfe erbringt. Das persönliche Budget habe auch dazu geführt, dass viele behinderte Menschen, die sonst in Heimen leben würden, ihre Hilfen zu Hause bekämen und dadurch in der eigenen Wohnung oder in kleineren Gruppen leben könnten.
"Für behinderte Menschen ist es enorm wichtig, soweit wie möglich selbst darüber entscheiden zu können, welche Hilfen wann nötig sind, beziehungsweise wie und von wem diese erbracht werden. Deshalb bietet das persönliche Budget eine gute Möglichkeit, mehr Kontrolle über das eigene Leben zu bekommen und selbstbestimmter leben zu können. Dabei reichen die Hilfen je nach Beeinträchtigung von wenigen Stunden pro Woche bis hin zur Abdeckung eines höheren Unterstützungsbedarfs, der über das persönliche Budget abgedeckt werden kann", erklärte Ottmar Miles-Paul. Der Landesbehindertenbeauftragte wird am 16. Oktober ab 10.45 Uhr an der Pressekonferenz und der Veranstaltung des Mainzer Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in der Rheinstraße 43-45 in Mainz zum Budgettag teilnehmen.