Dreyer: Kompetenzagenturen unterstützen beim Einstieg in den Beruf

Arbeit

Nr. 079-2/07

Junge Menschen noch zielgerichteter an die Angebote des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes heranführen und eine Vernetzung der handelnden Akteure zu erreichen, das sind die Aufgaben von Kompetenzagenturen, die derzeit in Rheinland-Pfalz eingerichtet werden. Arbeitsministerin Malu Dreyer stellte heute das Konzept des aus Bundes- und Landesmitteln geförderten Programms gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Partner - der Kommunen, der Träger und der Arbeitsverwaltung - in Mainz vor. Zielgruppe der Kompetenzagenturen sind insbesondere benachteiligte Jugendliche, die mit besonderen Schwierigkeiten am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu kämpfen haben. „Die Kompetenzagentur soll diese Jugendlichen begleiten, mit ihnen gemeinsam die für sie passenden Angebote auswählen, damit sie beim Übergang von der Schule in den Beruf die Unterstützung bekommen, die sie benötigen“, erklärte die Ministerin. Insgesamt sollen elf Agenturen in Rheinland-Pfalz eingerichtet werden.

In Rheinland-Pfalz gebe es bereits ein umfangreiches und vielfältiges Angebot, das für die verschiedenartigen individuellen Voraussetzungen und Bedarfslagen der Jugendlichen eine entsprechende Unterstützung bereithalte, so Malu Dreyer. Derzeit sind nach ihren Angaben 34 Jobfüxe und 32 Jugendscouts im Land an der Schnittstelle von Schule, Ausbildung und Beruf aktiv. In der Arbeitsmarktinitiative „Neue Chancen: 6.000 plus für Jung und Alt“ wurden die Förderangebote für junge Menschen nochmals verstärkt und ergänzt.

„Der Kompetenzagentur kommt eine wichtige Schnittstellenfunktion zu. Sie ist die ideale Ergänzung zu den Angeboten der Schulsozialarbeit, der Jugendscouts und Jobfüxe und führt die Akteure zusammen und damit inhaltlich wie auch organisatorisch zu einem effizienteren Arbeiten", erklärt die Mainz-Binger Beigeordnete Irene Alt. „In dieser Lotsenfunktion kümmern sie sich besonders um junge Menschen, die sich bereits seit längerem erfolglos um einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz bewerben, gering qualifizierte Jugendliche, junge Menschen mit Migrationshintergrund oder junge Männer und Frauen, die die Schule abgebrochen haben,“ erläutert Christoph Fehr vom Projektträger Förderband e.V. in Mainz. Für sie suchen die Kompetenzagenturen aus dem breiten Spektrum der Maßnahmen das richtige Angebot, sei es in Form einer Qualifizierungsmaßnahme, einer Berufsberatung, eines nachholenden Schulabschlusses oder auch einer sozialen Beratung wie beispielsweise im Falle einer Suchterkrankung. Die Kompetenzagenturen bieten bereits vor dem Schulabschluss ihre Hilfe und Begleitung an; dazu arbeiten sie auch eng mit Schulen zusammen. Junge Menschen müssen oft aus ihrem Umfeld abgeholt werden, sie kommen nicht immer von alleine, so der für die Kompetenzagentur Mayen-Koblenz zuständige Erste Kreisbeigeordnete Bernhard Mauel. „Deshalb gehen unsere Fachleute jedem Fall vor Ort nach."

Eine wesentliche Aufgabe der Kompetenzagenturen stellt auch die Vernetzung mit den örtlichen Akteuren der Arbeitsmarktpolitik, insbesondere von Arbeitsverwaltung, Kommunen und Trägern dar. Die Agenturen sollen die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene weiter fördern und im Bedarfsfall auch die lokalen Angebotsstrukturen auf ihre Effizienz überprüfen. Der überregionale Austausch wird auf Landesebene sichergestellt. In Workshops, moderierten Treffen aller Akteure oder Fachtagungen werden die Förderansätze zusammengebunden und der Austausch von Erfahrungen ermöglicht.

Im April 2007 waren nach Angaben der Ministerin in Rheinland-Pfalz noch 15.800 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. In den vergangenen zwölf Monaten habe sich die Jugendarbeitslosigkeit zwar deutlich reduziert, dennoch sei die Zahl immer noch viel zu hoch. „Oberstes Ziel der Arbeitsmarktpolitik des Landes ist es, jedem Jugendlichen eine Chance zu geben, damit niemand verloren geht“, so die Ministerin. Vor allem Jugendliche mit komplexen Problemlagen benötigten Hilfe und Unterstützung, um ihren Weg zu finden. „Dazu leisten die Kompetenzagenturen einen ganz wesentlichen Beitrag“, so Malu Dreyer.

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