Dreyer: Jugend-Scouts haben bislang etwa 2.600 junge Menschen erreicht

Jugend in Arbeit

Nr. 204-2/04

Die im Land flächendeckend seit Sommer vergangenen Jahres tätigen kommunalen Jugend-Scouts haben bislang etwa 2.600 Jugendliche erreicht, wie Arbeitsministerin Malu Dreyer heute in Mainz auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Reiner Marz mitteilte. Etwa 44 Prozent der Jugendlichen konnte gezielt geholfen werden. Insgesamt sind nach Angaben der Ministerin 28 kommunale Jugend-Scouts in rheinland-pfälzischen Kommunen im Einsatz. Die als Streetworker arbeitenden kommunalen Jugend-Scouts haben die Aufgabe, arbeitslose Jugendliche, die von Maßnahmen und Angeboten nur schwer erreicht werden können, für Arbeit, Ausbildung, Beschäftigungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen zu motivieren. Hierfür suchen die Jugend-Scouts unter anderem Treffpunkte der Jugendlichen - wie zum Beispiel Jugendzentren, Internetcaf?s, Freizeiteinrichtungen - auf, um diese dort direkt ansprechen, beraten, begleiten und motivieren zu können. Das Land hat das Programm nach Angaben der Ministerin bislang mit insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro gefördert.

Die Problemlagen der angesprochenen Jugendlichen seien höchst unterschiedlich, so die Ministerin. Versteckte Armut, Verschuldung und soziale Isolation verbunden mit sozial auffälligem Verhalten, fehlender Unterstützung im Elternhaus und Sucht kennzeichneten die Lebenssituation vieler der betreuten Jugendlichen. Auch allein stehende und sogar obdachlose junge Menschen gehörten zur Zielgruppe der kommunalen Jugend-Scouts. Ein Teil der jungen Menschen habe die Schule abgebrochen. Vor dem Hintergrund der angespannten Arbeitsmarktsituation hätten diese Jugendlichen es besonders schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Daher sei neben der Erarbeitung einer beruflichen Perspektive gemeinsam mit den Jugendlichen auch die Stabilisierung der persönlichen Situation ein Teil der Aufgaben der kommunalen Jugend-Scouts.

Die kommunalen Jugend-Scouts wurden von der Landesregierung als Flankierung eines Bundesprogramms zum Abbau der Arbeitslosigkeit junger Menschen eingesetzt. Aufgrund der guten Resonanz würden sie über die ursprüngliche Befristung im Dezember 2004 hinaus fortgeführt, kündigte die Ministerin an.

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