Nr. 180-3/04
„Virusgrippe (Influenza) und Pneumokokken-Erkrankungen werden trotz vielfältiger Information und Aufklärung häufig noch zu sehr unterschätzt. Sie sind keine harmlosen Erkältungen und können insbesondere für ältere, chronisch kranke oder immungeschwächte Menschen zu einer ernsten Gefahr werden“, wie Gesundheitsministerin Malu Dreyer und der Vizepräsident der Landesärztekammer, Jürgen Fleischmann, heute in Mainz unterstrichen. Mit einer gemeinsamen Impfaktion im SWR Funkhaus Mainz warben Dreyer und Fleischmann im Beisein von Harald Weiss, Programmchef SWR 1 Rheinland-Pfalz und stellvertretender Landessenderdirektor, für eine konsequente Impfprophylaxe, die allein wirksamen Schutz bieten könne. Der Herbst ist die beste Zeit zur vorbeugenden Grippe- und Pneumokokken-Schutzimpfung. Der SWR Landessender Rheinland-Pfalz ging mit gutem Beispiel voran und bot seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenlose Schutzimpfungen an.
„Wir ermuntern alle Personen, die besonders gefährdet sind, an einer Grippe zu erkranken, sich impfen zu lassen“, so der Appell der Ministerin an die Bürgerinnen und Bürger. 5.000 bis 8.000 influenzabedingte Todesfälle pro Jahr in Deutschland zeigten, wie gefährlich die echte Virusgrippe sei. Eine besondere Gefährdung stelle die Infektion mit dem Influenzavirus für Personen mit bestimmten Grundleiden und für ältere Menschen dar. Bei ihnen komme es im Krankheitsverlauf häufiger zu Komplikationen wie bakteriellen Lungenentzündungen, die tödlich enden können. „Wichtig ist die Influenza-Impfung aber auch für Personen, die beruflich häufig mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Aus diesem Grunde haben wir uns gemeinsam mit der Landesärztekammer entschlossen, die diesjährige Impfaktion im Südwestrundfunk Mainz durchzuführen, und sind dem SWR sehr dankbar, dass er sich als Partner zur Verfügung stellt“, so die Ministerin. Angesichts der großen medizinischen Bedeutung habe das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium die Grippeschutz-Impfung bereits seit langem in den Katalog der öffentlich empfohlenen Impfungen einbezogen.
Nach der Impfung benötige das Immunsystem zwischen sieben und vierzehn Tagen, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen, wie Fleischmann erklärte. Angst vor Nebenwirkungen brauche niemand zu haben. Auch die Angst, durch die Impfung erst an Influenza zu erkranken, sei unbegründet. Influenza-Impfstoffe könnten auf keinen Fall selbst eine Virusgrippe auslösen, da es sich um inaktivierte Impfstoffe handele, die nur Teile des Erregers enthalten. Allerdings könne die Influenza-Impfung nicht gegen banale Erkältungskrankheiten mit grippeähnlichen Symptomen schützen, die von anderen Erregern als dem Influenzavirus verursacht werden. Mit der Virus-Grippe in einem Atemzug müssen die Pneumokokken erwähnt werden: Weltweit verbreitete Bakterien, die wie die Virusgrippe zu schweren Lungenentzündungen führen können und in Deutschland schätzungsweise 12.000 Menschenleben jährlich fordern. Pneumokokken-Infektionen sind hinsichtlich Häufigkeit, Erkrankungs- und Sterberate die bedeutendste bakterielle Infektion jenseits der fünften Lebensdekade. In vielen Fällen sind Virusgrippen die Wegbereiter für Pneumokokken-Erkrankungen, die beide in erster Linie für Menschen über 60 Jahre und altersunabhängig für Menschen mit Grundleiden gefährlich werden. Hierzu zählen Personen mit Leber-, Nieren-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit und Immunschwäche: insgesamt mehr als 20 Millionen Menschen - ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Daher empfehle die Ständige Impfkommission am Berliner Robert Koch-Institut zusätzlich eine Pneumokokkenimpfung. Der Impfschutz gegen Pneumokokken müsse nur alle sechs Jahre erneuert werden und könne gleichzeitig mit der Influenza-Impfung erfolgen, so Fleischmann.
Harald Weiss sagte, das Funkhaus Mainz des SWR sei sehr gerne Gastgeber der diesjährigen Impfaktion, zumal er selbst aus Überzeugung und guter Erfahrung schon seit Jahren diese Möglichkeit des vorbeugenden Grippeschutzes nutze. „Wer wie wir Journalisten Tag für Tag mit vielen Menschen zu tun hat, muss vor allem in der jetzt kommenden kalten Jahreszeit dankbar dafür sein, dass ein derartiger Schutz gegen die Gefahren der Virusgrippe so selbstverständlich möglich ist.“
„Ich verhüte Pneumokokken-bedingte Lungenentzündung, weil...“ Wer diesen Satz vervollständigt, nimmt bis Ende November am Gewinnspiel teil, das medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände fördern, um über Pneumokokken-Erkrankungen aufzuklären. Teilnahmefaltblätter und umfassende Infos rund ums Impfen gibt es unter www.impfen-aktuell.de oder direkt beim Service Impfen Aktuell: Telefon 06151 / 3608796.