Dreyer: Erfolgreiches Angebot für suchtkranke Wohnungslose wird erweitert

Suchtkrankenhilfe

Nr. 105-5/05

Ein in Eichen im Kreis Altenkirchen bestehendes Hilfeangebot, das eine Art Lotsenfunktion für suchtkranke und wohnungslose Menschen hat, wird von derzeit fünf auf acht Plätze erweitert. Dies teilte Sozialministerin Malu Dreyer heute in Mainz mit. Das im Jahre 1999 als Modellprojekt gestartete Angebot arbeite sehr erfolgreich und müsse sogar im Einzelfall Hilfesuchende ablehnen. Mit der Aufstockung der Plätze werde dem Bedarf Rechnung getragen, so die Ministerin.

Das Angebot sei eingebettet in ein Verbundsystem für suchtkranke Wohnungslose, das unter anderem von der Kontext GmbH, der AWO-Sucht gGmbH und den Kliniken Wied getragen werde. Es nehme suchtkranke Wohnungslose, die vorher auf der Straße gelebt oder sich in einem Krankenhaus oder einer Resozialisierungseinrichtung aufgehalten hätten, für bis zu acht Wochen auf. In diesem Zeitraum werde die konkrete Situation des wohnungslosen Menschen analysiert, viele hätten neben einer Suchterkrankung auch psychische Probleme oder körperliche Erkrankungen. Danach werde dann ein auf den Bedarf des Betroffenen ausgerichtetes weiterführendes Angebot ausgesucht. Dies könne eine Therapie, eine soziotherapeutische Einrichtung, ein Platz im betreuten Wohnen oder auch eine eigenständige Wohnung und ein berufliches Angebot sein, so die Ministerin. Bereits jetzt sei es gelungen, fast drei von vier Hilfebedürftigen aus dem Projekt in Fachkliniken, soziotherapeutische Einrichtungen sowie in Wohn- und Arbeitsprojekte zu vermitteln. Fast 50 Prozent der im Verbundsystem betreuten suchtkranken Wohnungslosen lebten im Anschluss in einer eigenen Wohnung oder stabil in adäquaten abstinenten Einrichtungen. Zudem wird nach Angaben der Ministerin als weiteres Angebot die „Abstinente Unterbringung“ in der Fachklinik Vielbach erprobt. Die Angebote sollen dazu beitragen, den suchtkranken Wohnungslosen den Weg aus der Sucht zu weisen.

In Rheinland-Pfalz leben nach Angaben der Ministerin rund 1.000 wohnungslose Menschen. Etwa zwei Drittel von ihnen seien suchtgefährdet oder gar suchtkrank. Die Vorbereitung einer Entwöhnungsbehandlung oder die Vermittlung in ein abstinentes Hilfeangebot scheitere oft an den Lebensumständen der Betroffenen. In der Praxis komme es daher häufig zu Notfallbehandlungen ohne weiterführende Hilfen oder die Hilfesuchenden würde in Angebote vermittelt, die nicht ganz passgenau seien. Daher gebe es häufig Rückfälle, die die Betroffenen entmutigen.

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