Nr. 179-3/04
Die Verbesserung der Versorgung von Frauen mit Brustkrebs ist ein wichtiges gesundheitspolitisches Anliegen der Landesregierung, wie Gesundheitsministerin Malu Dreyer heute in Mainz anlässlich des rheinland-pfälzischen Gynäkologentages unterstrich. Ziel der Krankenhausplanung sei daher die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität des stationären Angebotes. Der neue Krankenhausplan sehe die flächendeckende Einrichtung spezieller Brustzentren vor, die als integrierte Versorgungssysteme gemeinsam mit benachbarten geeigneten Krankenhäusern und Praxen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte arbeiten sollen. Die Ministerin hob in diesem Zusammenhang die engagierte Arbeit des Landes-Berufsverbandes der Frauenärztinnen und -ärzte hervor, der ein wichtiger Partner der Landesregierung bei der Weiterentwicklung des Versorgungsangebotes sei.
Brustkrebs sei die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, so die Ministerin. Jährlich erkrankten in Rheinland-Pfalz bis zu 2.500 Frauen neu an Brustkrebs. „Jede an Brustkrebs erkrankte Frau soll eine Versorgung auf qualitativ hohem Niveau erhalten, die ihr einerseits die bestmöglichen Heilungschancen bietet und andererseits mit den geringstmöglichen Beeinträchtigungen verbunden ist“, so die Ministerin. Die Behandlung des Brustkrebses sei bei dem größten Teil der betroffenen Frauen mit operativen Eingriffen verbunden. Neben der Früherkennung habe daher die Qualität der Behandlung eine hohe Bedeutung. Die Brustzentren böten diese hohe Behandlungsqualität und gewährleisteten außerdem eine vernetzte Versorgung, die neben der stationären auch die ambulante Seite umfasse. Brustzentren sollen nach Angaben der Ministerin an zentralen Standorten in Ludwigshafen, Kaiserslautern, Trier, Koblenz und Mainz entstehen.
Auch die Aufnahme des Brustkrebs in die Disease-Management-Programme sei ein wichtiger Schritt hin zu einer noch besseren Behandlungsqualität. Von der verbesserten Zusammenarbeit der Ärztinnen und Ärzte über Sektorengrenzen hinweg profitierten Patientinnen mit Brustkrebs ganz erheblich. Die Ministerin begrüßte in diesem Zusammenhang, dass die Vertragspartner in Rheinland-Pfalz, die Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die vertraglichen Grundlagen für die Umsetzung der DMP-Programme ?Brustkrebs? im Land geschaffen haben.
Neben der Behandlungsqualität nehme die Früherkennung von Brustkrebs einen hohen Stellenwert ein. Das frühzeitige Erkennen von auffälligen Veränderungen erhöhe die Behandlungs- und Heilungschancen. Die Landesregierung habe dazu gemeinsam mit weiteren Partnern die Landesinitiative „Brustlife“ gestartet, um Frauen in Seminaren und Veranstaltungen für das Thema zu sensibilisieren, sie zur Wahrnehmung der jährlichen Vorsorgeuntersuchung zu motivieren und bei der Selbstuntersuchung der Brust anzuleiten, so die Ministerin. Die Initiative zeige eine große Resonanz: Bislang hätten in mehr als 450 Seminaren rund 12.000 Frauen erreicht werden können. Zur verbesserten Früherkennung werde auch das Mammographiescreening beitragen, das im kommenden Jahr flächendeckend eingeführt werde soll. In Rheinland-Pfalz werden derzeit die dafür erforderlichen Strukturen aufgebaut.