Nr. 178-5/06
Die Bundesregierung hat zugesagt, sich am rheinland-pfälzischen Modellprojekt FAIRE, der Fachstelle für Arbeitsmarktintegration und Reintegration suchtkranker Menschen in Koblenz zu beteiligen. Gesundheitsministerin Malu Dreyer begrüßte heute in Mainz diese positive Nachricht. Das Projekt in Rheinland-Pfalz soll auch als Pilotmodell für eine künftige bundesweite Umsetzung dienen. Es ist zunächst auf drei Jahre angelegt und wird mit rund 194.000 Euro aus Bundesmitteln und einer Landesförderung in Höhe von rund 186.000 Euro unterstützt. Die Beteiligung des Bundes sei insbesondere auch auf das Engagement der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing (MdB), zurückzuführen, wie die Ministerin unterstrich.
Ziel des Projektes ist die stärkere Zusammenarbeit zwischen der Suchtkrankenhilfe und der für die berufliche Integration zuständigen Sozialversicherungsträger in Rheinland-Pfalz. Dazu soll die Fachstelle, die am Institut für Weiterbildung und angewandte Forschung in der sozialen Arbeit der Fachhochschule Koblenz angegliedert ist, regionale Netzwerke schaffen und die Beratung und Weiterbildung der Akteure vor allem in den Suchthilfeeinrichtungen, den ARGEN und der Agentur für Arbeit übernehmen. Die beteiligten Fachkräfte werden unter anderem durch die Vermittlung von „Best Practice“- Beispielen, durch kollegiale Fall- und Fachberatung sowie die Anwendung des entwickelten Leitfadens zur passgenauen Beratung und Vermittlung unterstützt. Weiterhin ist der Austausch von Handlungs- und Vermittlungsstandards geplant. Auch sollen gezielt Projekte zur beruflichen Integration Suchtkranker initiiert und in der Umsetzung begleitet werden. Wie wichtig eine intensive Beratung, Vermittlung und Betreuung suchtkranker Menschen für ihre beruflichen Chancen ist, hat sich nach Angaben der Ministerin bereits im Vorläuferprojekt ?Jobwärts? gezeigt. In rund 50 Prozent der Fälle sei eine Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle, Ausbildung, Umschulung, Arbeitsgelegenheit oder Trainingsmaßnahme gelungen.
Der Erfolg einer Suchtbehandlung hänge ganz wesentlich von der beruflichen Integration des betroffenen Menschen ab, so die Ministerin. Wie wichtig Maßnahmen zur beruflichen Integration bereits während der Therapie seien, zeige auch die Tatsache, dass der Anteil erwerbsloser Menschen in den Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe ansteige. So waren nach einer Umfrage bei den rheinland-pfälzischen Fachkliniken im Jahre 2005 nur noch rund ein Drittel der Patientinnen und Patienten erwerbstätig. 1991 lag dieser Anteil noch bei rund 60 Prozent. Besonders betroffen sei die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen.