Nr. 187-2/05
„Die Potentiale älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen noch stärker genutzt werden“. Dies unterstrich Arbeitsstaatssekretär Richard Auernheimer bei einer Dialog Sozial-Veranstaltung seines Hauses zum Thema „Alternsgerechtes Arbeiten“ heute in Mainz. Dazu gehöre, dass Betriebe ihren Blick wieder stärker auf ihre älteren Beschäftigten richten, denn auf sie werde der Arbeitsmarkt der Zukunft angesichts des demographischen Wandels nicht verzichten können. Ziel müsse es daher sein, Arbeitsbedingungen in den Betrieben zu schaffen, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein gesundes Arbeiten bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ermöglichen. Dazu gehöre nicht nur ein effektiver Arbeitsschutz, sondern auch die regelmäßige Weiterbildung und Qualifizierung der Beschäftigten, so Auernheimer.
Heute arbeiteten in fast 60 Prozent aller Betriebe keine Beschäftigten über 50 Jahre mehr. „Angesichts des anstehenden demographischen Wandels mit einem wachsenden Anteil älterer und einem sinkenden Anteil jüngerer Menschen werden in Zukunft Fachkräfte ein immer kostbareres Gut. Es gilt daher, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger im Arbeitsleben zu halten“, sagte der Staatssekretär. Dazu gehöre, dass Arbeitsbedingungen im Einzelfall an die älteren Beschäftigten angepasst und gezielte, auf ein lebenslanges Lernen ausgerichtete Qualifizierungen für die Beschäftigten angeboten würden. Der Schlüssel dazu sei ein betriebliches Personalmanagement, das auf alternsgerechtes Arbeiten ausgerichtet ist.
Das Thema ?Alter und Arbeit? dürfe nicht als Problem, sondern müsse als Chance begriffen werden. Länder wie Finnland, die Schweiz, Norwegen oder Schweden hätten sich bereits früh mit der Thematik auseinander gesetzt. Finnland habe beispielsweise ein nationales Programm in den Betrieben durchgeführt. Dabei sei vor allem das Zusammenwirken von Gesellschaft, Unternehmen und einzelnem Beschäftigten wichtig gewesen. Voraussetzung seien eine Korrektur des häufig negativen Bildes von der Leistungsfähigkeit im Alter und ein breiter Bewusstseinswandel vor allem bei den Verantwortlichen in den Betrieben, um darauf aufbauend entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.
Das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium unterstütze ein Projekt der Handwerkskammer Rheinhessen zur Kompetenzerhaltung in Baubetrieben, so Auernheimer. Es gebe Betrieben eine Hilfestellung dabei, ihre Arbeitsplätze alternsgerecht auszugestalten. Dazu gehöre ein Konzept zur Qualifizierung für Unternehmer im Handwerk und deren Beschäftigte, das vor allem für Klein- und Mittelbetriebe geeignet sei. Es beinhalte Seminare, in denen Themen wie mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur, alternsgerechte Mitarbeiterführung und Arbeitsgestaltung, Sicherheit und Gesundheitsschutz und Training alternsgerechter Arbeitsweisen vermittelt werden. Das Ministerium erwarte daraus wertvolle Erkenntnisse für weitere Anstrengungen in diesem Bereich.