Nr. 156-5/06
„Das Projekt ?Jobwärts? leistete einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Eingliederung von Menschen mit Suchtproblemen“. Dies unterstrich der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, Richard Auernheimer, heute in Mainz anlässlich einer Veranstaltung zum Abschluss des dreijährigen Modellprojektes. Das Projekt ?Jobwärts? zeige, dass durch gezielte am Einzelfall orientierte Beratung, Vermittlung und Betreuung die beruflichen Chancen suchtkranker Menschen deutlich verbessert werden könnten, so der Staatssekretär. In rund 50 Prozent der Fälle sei eine Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle, Ausbildung, Umschulung, Arbeitsgelegenheit oder Trainingsmaßnahme gelungen.
Aufgrund der Ergebnisse der erfolgreichen Arbeit habe sich das Land entschlossen, die berufliche Integration durch die modellhafte Einrichtung einer „Fachstelle für Arbeitsmarktintegration und Reintegration Suchtkranker“ zu fördern. Schwerpunkte der neuen Fachstelle seien unter anderem die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Suchtkrankenhilfe und Argen durch die Förderung regionaler Netzwerke sowie die Beratung und Weiterbildung der Akteure.
Er begrüße es sehr, so Auernheimer, dass auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (MdB) das neue Modellprojekt unterstütze und sich für eine Bundesförderung einsetze.
„Der Erfolg einer Suchtbehandlung hängt ganz wesentlich von der beruflichen Integration des betroffenen Menschen ab“, unterstrich Auernheimer. Die berufliche Integration suchtkranker Menschen sei ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Therapie. Suchtkranke brauchten die Chance, durch die Teilhabe am Arbeitsleben neue soziale Kontakte knüpfen und ihr Selbstwertgefühl aufbauen zu können. Das sei nicht zuletzt der beste Schutz davor, rückfällig zu werden. Wie wichtig Maßnahmen zur beruflichen Integration bereits während der Therapie seien, zeige die Tatsache, dass der Anteil erwerbsloser Menschen in den Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe ansteige. So waren nach einer Umfrage bei den rheinland-pfälzischen Fachkliniken im Jahre 2005 nur noch rund ein Drittel der Patientinnen und Patienten erwerbstätig. 1991 lag dieser Anteil noch bei rund 60 Prozent. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen.