Auernheimer: Gleichstellung beginnt auf der kommunalen Ebene

Menschen mit Behinderungen

Nr. 144-4/05

Auf die Bedeutung der kommunalen Ebene bei der Umsetzung von Barrierefreiheit und Gleichstellung für behinderte Menschen hat der Staatssekretär im Sozialministerium und Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Richard Auernheimer, heute in Koblenz hingewiesen. Bei einem Treffen mit dem Beauftragten und den Organisationen behinderter Menschen in der Stadt Koblenz unterstrich er die wichtige Rolle der kommunalen Vertretungen bei der Gestaltung lokaler Politik. Der Staatssekretär regte an, dass die Stadt Koblenz nach der Benennung eines Beauftragten auch bald einen Beirat für die Belange behinderter Menschen gründet.

„Immer mehr Kreise und Gemeinden gründen Beiräte für behinderte Menschen und ernennen Beauftragte und erhöhen damit den Stellenwert der Politik für und vor allem mit behinderten Menschen in ihrer Kommune“, sagte Auernheimer. Die Zahl der kommunalen Beauftragten und Beiräte für die Belange behinderter Menschen sei in den vergangenen Monaten auf derzeit 15 Beauftragte und neun Beiräte auf den verschiedenen kommunalen Ebenen stetig gestiegen. Ziel der Landesregierung sei es, alle Kreise und kreisfreien Städte zu unterstützen, einen solchen Beauftragten oder Beirat zu ernennen beziehungsweise zu bilden.

Die Barrierefreiheit sei eines der Kernziele des Landesgesetzes zur Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen. Es sei unerlässlich, dass behinderte Menschen ihren Fachverstand als Expertinnen und Experten in eigener Sache in die Umsetzung dieses Zieles einbringen. Auch in den zentral wichtigen Bereichen Wohnen und Arbeit unterstrich Auernheimer die Neuausrichtung der Politik für behinderte Menschen in Rheinland-Pfalz. Statt neuer Wohnheime sollen verstärkt ambulante und gemeindeintegrierte Wohnformen geschaffen werden. Anstelle der Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen habe die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt, beispielsweise in Integrationsbetrieben, oberste Priorität. „Damit gehen wir neue Wege, um die Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen inmitten der Gesellschaft herzustellen“, so der Landesbeauftragte.

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