Auernheimer: Gesundheitspolitik auf demographischen Wandel vorbereitet

Demographischer Wandel

Nr. 189-3/04

Der demographische Wandel und seine möglichen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung stehen im Blickpunkt der Gesundheitspolitik der Landesregierung, wie der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, Richard Auernheimer, heute in Mainz auf eine Große Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mitteilte. Insgesamt sei durch den zu erwartenden starken Anstieg der Zahl älterer und sehr alter Menschen mit einem erhöhten, veränderten und regional unterschiedlichen Versorgungsbedarf an gesundheitlichen Leistungen zu rechnen. Die demographische Komponente sei daher fester Bestandteil der Gesundheitspolitik des Landes, sei es in der Krankenhausplanung, in der Gesundheitsförderung oder im Rahmen der gesundheitspolitischen Mitwirkung auf Bundesebene, so der Staatssekretär. Die Landesregierung stehe darüber hinaus mit den gesundheitspolitischen Partnern im Gespräch über die Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringen werde.

Die demographische Entwicklung habe weitreichende Auswirkungen auf nahezu alle Politikbereiche. Auch die Gesundheitspolitik sei in besonderem Maße betroffen, so der Staatssekretär. Bei einer weiterhin niedrigen Geburtenrate und einer steigenden Lebenserwartung sei damit zu rechnen, dass bis zum Jahr 2015 die Zahl der 75-Jährigen und Älteren um 35 bis 40 Prozent steigen werde. Krankheiten, die in der Regel mit dem Alter in Verbindung stünden, nähmen an Bedeutung zu. Dazu zählten Krebs-, Herz-Kreislauferkrankungen oder geronto-psychiatrische Erkrankungen. Auch die Zahl der demenzkranken Menschen werde deutlich zunehmen und sowohl die Akutversorgung als auch die pflegerische Versorgung vor neue Anforderungen stellen. Insgesamt werden nach Einschätzung des Ministeriums die Bereiche Pflege, Rehabilitation und Prävention in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen und in Zukunft besser miteinander verzahnt werden müssen.

Dies bedeute, dass sich alle Beteiligten im Gesundheitswesen verstärkt auf eine größere Zahl älterer Menschen einstellen müssten; einzelne Angebote müssten umgewandelt, andere müssten noch stärker auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet sein. Die Landesregierung reagiere bereits jetzt auf den zu erwartenden Wandel. Als Beispiel nannte der Staatssekretär die Initiative ?Menschen pflegen?, mit der Ministerin Malu Dreyer darauf abziele, ein hohes Pflegeniveau unter den veränderten Bedingungen auch für die Zukunft sicherzustellen. Darüber hinaus werde bei der Erstellung des Krankenhausplanes die Bevölkerungsentwicklung selbstverständlich berücksichtigt. Für die psychiatrische Versorgung gelte, dass bereits bei der Ausgestaltung der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung darauf geachtet wurde, dass die Kliniken und psychiatrischen Hauptfachabteilungen an Allgemeinkrankenhäusern angemessene Konzepte zur Behandlung älterer Menschen entwickeln und bereithalten. Bei der Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen setze das Ministerium auf einen engen Dialog mit den Partnern im Gesundheitswesen. Die Landesregierung werde diese Partner auch in Zukunft einbinden und ihre Expertenmeinung zu aktuellen Fragen heranziehen, so Staatssekretär Auernheimer.

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