"Zwangsverheiratung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und darf nicht geduldet werden", so Malu Dreyer. Die Landesregierung habe deshalb zusammen mit ihren Partnern in der Integrationsarbeit eine Reihe von Initiativen ergriffen, um Zwangsverheiratung im Land vorzubeugen, zu bekämpfen und den Opfern zu helfen. So beteiligt sich Rheinland-Pfalz an der Online-Beratung "www.sibel-papatya.org" für Mädchen und junge Frauen, die von Zwangsverheiratung bedroht sind. Die Jugendämter und Ausländerbehörden im Land wurden über die rechtlichen Möglichkeiten informiert, Opfern (drohender) Zwangsverheiratung beizustehen. Für Beratungsstellen gibt es die Neuauflage des interkulturellen Ratgebers "Mädchen in Konfliktsituationen", der ausdrücklich auch auf Zwangsverheiratung eingeht. Für Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter und für Lehrkräfte werden Fortbildungen angeboten.
Bezogen auf die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen gegen so genannte Integrationsverweigerer erklärte die Ministerin: Einerseits müsse man von Einwanderern erwarten, dass sie Integrationsangebote annehmen. Ein besserer Datenaustausch der beteiligten Behörden über die Teilnahme an Integrationskursen sei sicherlich richtig, auch wenn die Gruppe von echten Integrationskurs-Verweigerern sehr klein sei. Der Informationsaustausch, im Übrigen eine Bitte der Länder bei der letzten Integrationsministerkonferenz, sollte deshalb auch dazu dienen, besondere Integrationsleistungen auch bei der Erteilung und Verlängerung von Aufenthaltsrechten oder der Einbürgerung stärker zu berücksichtigen. Gleichwohl reiche das gegenwärtige Angebot an Integrationskursen nicht aus. „Viele wollen freiwillig Integrationskurse belegen, bekommen aber keinen Platz. Das zeigt den großen Integrationswillen unserer Zuwanderinnen und Zuwanderer", sagte Dreyer. Sie forderte die Bundesregierung deshalb auf, die Mittel für die Integrationskurse so weit aufzustocken, dass niemand von einem Kurs ausgeschlossen wird.