| Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut

Bätzing-Lichtenthäler: Wir lassen nicht nach in der Armutsbekämpfung

„Die Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung geht alle Teile der Gesellschaft etwas an. Auch in Rheinland-Pfalz gibt es trotz intensiver Bemühungen von Land und Kommunen noch Stadt- und Ortsteile, in denen sich soziale Problemlagen konzentrieren. Hier setzt unser landesweiter Beteiligungsprozess ,Armut begegnen-gemeinsam handeln‘ an: Die Landesregierung unterstützt Kommunen und soziale Akteure vor Ort dabei, nach konkreten, regionalen und überregionalen Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zu suchen“, so Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Vorfeld des Internationalen Tags zur Beseitigung der Armut, der jedes Jahr am 17. Oktober stattfindet.

Der Beteiligungsprozess verläuft mehrstufig und wird durch einen Beirat auf Landesebene begleitet. Aktuell, das heißt von Frühsommer 2018 bis Anfang 2019, finden örtlichen Beteiligungsworkshops statt. „Unser Ziel ist es, die Erarbeitung von konkreten und umsetzbaren Maßnahmen gegen Armut und soziale Ausgrenzung weiter zu vertiefen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Ausbau kommunaler Netzwerke, die über den Workshop hinaus zusammenarbeiten und das Angestoßene fortführen. Neben der Einbindung der sozialen Akteure vor Ort, soll stets auch ein Teil des Workshops gemeinsam mit von Armut bedrohten oder betroffenen Menschen gestaltet werden“, erklärte die Ministerin.

Im Anschluss an die Beteiligungsworkshops findet eine gemeinsame Transferkonferenz statt, an der die beteiligten Kommunen und der Beirat teilnehmen. Sie dient dem Erfahrungsaustausch über die erfolgten Workshops. Außerdem ist eine öffentlichkeitswirksame Abschlussveranstaltung geplant. Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses fließen in einen landesweiten Aktionsplan ein. Er soll dazu beitragen, Armut und sozialer Ausgrenzung strukturiert entgegenzuwirken und das konkrete Handeln weiter forcieren.

Flankiert wird der Beteiligungsprozess außerdem durch die vom Sozialministerium geförderten Projekte „Gemeinwesenarbeit“ und die „Landesförderung zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut“. Ersteres wird beispielsweise in Pirmasens Mitte erfolgreich umgesetzt. Ziel ist es, der räumlichen Segregation und Stigmatisierung entgegenzuwirken und Menschen in prekären Lebenslagen gezielt durch sozialintegrative Maßnahmen zu unterstützen. Hier soll eine aktivierende Beziehungsarbeit dazu beitragen, die Potentiale der Betroffenen zu nutzen, damit gesellschaftliche Teilhabe und bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden. „Ich freue mich sehr, dass die Diakonie Pfalz das Projekt ,Nachbarschaftszentrum mit integriertem Gemeinwesenbüro‘ in Pirmasens Mitte auf den Weg gebracht hat“, so die Ministerin. Zu den Schwerpunkten der Gemeinwesenarbeit zählen eine soziale Beratung, die aufsuchende Arbeit mit besonderem Blick auf Kinder und Jugendliche, die Unterstützung bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt, die Begleitung und Vermittlung zu Ämtern und Fachdiensten sowie der Aufbau von Kooperationen. Das Nachbarschaftszentrum dient hier als zentrale Anlaufstelle, das Informationen sowie Austausch- und Begegnungsgelegenheiten zur Verfügung stellt.

Mit der Landesförderung zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut werden kommunale Behörden und Nichtregierungsorganisationen bei der Arbeit vor Ort unterstützt. „Unser Ziel sind Maßnahmen, die durch präventive Ansätze oder eine begleitende Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien den Ursachen und Folgen von Armut und sozialer Ausgrenzung entgegenwirken. Hier ist die Durchführung von Fachtagungen und kommunalen Workshops ebenso denkbar, wie die Vermittlung von lebenspraktischem Wissen und Alltagskompetenzen (zum Beispiel im Umgang mit Finanzen)“, sagte die Sozialministerin.

Das Sozialministerium plant ab 2019 außerdem, Verbände, Initiativen, Kommunen und andere Akteure bei der Gründung von Genossenschaften, die zur Bekämpfung von Armut dienen, zu unterstützen.

 

Zu den Beteiligungsworkshops:
Zu den teilnehmenden Kommunen zählen Bad Kreuznach, der Landkreis Kaiserslautern, Ludwigshafen, Frankenthal, der Rhein-Lahn-Kreis, die Verbandsgemeinde Simmern, Mainz, Trier, Speyer, Pirmasens, Worms sowie der Landkreis Mainz-Bingen. Bislang fanden vier örtliche Workshops statt. Die Kommunen setzten dabei unterschiedliche thematische Schwerpunkte: „Teilhabe und Mitbestimmung“ (Bad Kreuznach), „Kinderarmut und Beteiligung“ (Landkreis Kaiserslautern), „Altersarmut und Ausgrenzung“ (Ludwigshafen) und „Kinderarmut und Präventionsketten“ (Frankenthal).


Weitere Informationen zum Beteiligungsprozess finden Sie <link https: external-link-new-window>online.

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