64 anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Rheinland-Pfalz sind wichtige Anlaufstellen für Menschen in finanziellen Notlagen

„Rheinland-Pfalz hat die Herausforderungen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie bisher gut gemeistert. Trotzdem sind die Auswirkungen vielfach zu spüren. Im Bereich der sozialen Schuldnerberatung beugen wir den Folgen der Pandemie wirkungsvoll vor“, betonte Sozialminister Alexander Schweitzer anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung.

In der Woche vom 7. Juni bis 13. Juni 2021 findet die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung statt. Das diesjährige Motto lautet „Der Mensch hinter den Schulden“. Mit dem Motto wird auf die gesamtgesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht und gleichzeitig die Bedeutung der sozialen Schuldnerberatung hervorgehoben.

„Durch die Sozialschutzpakte I bis III des Bundes und die Maßnahmen des Landes konnten das Einkommen und die soziale Sicherheit für viele Menschen abgesichert werden. Dennoch können fehlende Einnahmen zu einer Verschuldung führen. Um mögliche Folgen zu reduzieren, greift unser gut ausgebautes und verlässlich gefördertes System der sozialen Schuldnerberatung“, so Minister Schweitzer.

In Rheinland-Pfalz beraten 64 anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen Bürgerinnen und Bürger, die sich in einer finanziellen Notlage befinden. Die Fachkräfte bieten unentgeltliche Unterstützung bei der Klärung und Bewältigung von Überschuldungssituationen für alle Menschen an. Für die Bürgerinnen und Bürger steht daneben das ebenfalls geförderte Expertentelefon bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

„Im Rahmen unserer Strategie zur Armutsbekämpfung haben wir die Förderung in den letzten Jahren ausgebaut und werden dies auch in diesem Jahr fortsetzen“, gab Minister Schweitzer bekannt. Er dankte der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege für ihr Engagement beim Thema Schuldnerberatung und kündigte an, das Angebot in engem Austausch mit den Partnerinnen und Partnern auch zukünftig bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 70,21 Vollzeitstellen in den Beratungsstellen gefördert. Bis Ende 2020 wurde die Zahl auf 75,76 Stellen erhöht. In diesem Jahr wird die Fördermöglichkeit für drei weitere Stellen geschaffen. Damit können weitere neue oder bisher nur anerkannte und nicht geförderte Stellen in die Finanzierung aufgenommen werden.

Für diese und weitere Maßnahmen hat das Land die jährliche Förderung seit dem Jahr 2018 um mehr als 400.000 Euro erhöht. In diesem Jahr stehen insgesamt 2,6 Mio. Euro zur Verfügung.

Als weiterer Baustein in der Landesstrategie zur Armutsreduktion wurde die Förderung des Schuldnerfachberatungszentrums an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz verstetigt und nachhaltig abgesichert. Durch das Zentrum erfahren die Beraterinnen und Berater fundierte wissenschaftliche Unterstützung für ihre tägliche Arbeit.


Hintergrund:
Die Aktionswoche Schuldnerberatung wird von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände veranstaltet. In ihr haben sich Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege auf Bundesebene, die Verbraucherzentrale Bundesverband und die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung zusammengeschlossen.

Weitere Informationen unter: https://www.agsbv.de/ und http://www.aktionswoche-schuldnerberatung.de/
Übersicht der Schuldnerberatungsstellen in Rheinland-Pfalz: https://www.sfz.uni-mainz.de/beratungsstellen/